Interdisziplinäres Brustzentrum

Sprecher:

  • Prof. Dr. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik
  • Prof. Dr. Ernst J. Rummeny, Direktor des Instituts für Radiologie

Kontakt Frauenklinik:
Tel. 089 4140-6749
E-Mail: direktion.frauenklinik(at)lrz.tum.de

>> Link zur Seite des Interdisziplinären Brustzentrums

Kontakt Mammadiagnostik:
Tel. 089 4140-6731
E-Mail: mammadiagnostik(at)tum.de

>> Link zur Seite Mammadiagnostik

 

Einen Überblick über das Leistungsspektrum und die Kontaktmöglichkeiten finden Sie im Flyer des Interdisziplinären Brustzentrums (PDF-Datei).

 

Fachgebiet und behandelte Erkrankungen

 

Das Interdisziplinäre Brustzentrum (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Marion Kiechle) ist ein Zusammenschluss verschiedener Fachabteilungen des Klinikums rechts der Isar, um Erkrankungen der weiblichen Brust und vor allem Brustkrebs gemeinsam zu diagnostizieren und zu behandeln. Die Anmeldung für einen Arztbesuch erfolgt zunächst in der Klinik für Frauenheilkunde (Direktorin: Prof. Dr. Marion Kiechle). Die bildgebende Diagnostik der Brust erfolgt in der Abteilung für Mammadiagnostik des Instituts für Radiologie (Direktor: Univ.-Prof. Dr. Ernst J. Rummeny).


Interdisziplinäre Zusammenarbeit


 

Die Behandlung der Patientinnen findet in enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fachgebiete statt. Diagnostik und Therapie bei Brustkrebs erfolgen in interdisziplinärer Kooperation mit den Kliniken für Pathologie, Nuklearmedizin, Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin und Strahlentherapie. Diagnostik und weitere Therapie bei Brustveränderungen oder neu diagnostiziertem Brustkrebs werden interdisziplinär in einem dreimal pro Woche stattfindenden Mammaboard festgelegt.
Auch im Rahmen des wöchentlich stattfindenden Tumorboards werden interdisziplinäre Therapiekonzepte für Brustkrebspatientinnen festgelegt. Mit der Tumorrisikosprechstunde, der Onkologischen Sprechstunde und der Mammakarzinomsprechstunde werden Spezialsprechstunden der Frauenklinik für Brustkrebspatientinnen im Tumortherapiezentrum des Klinikums rechts der Isar angeboten.


Patientennahe Betreuung


 

Eine psycho-onkologische Betreuung wird allen Brustkrebs-Patientinnen durch Dr. Evelyne Schultz-Gambard angeboten. die Sprechstunde "Patientinnen beraten Patientinnen" (Frau Renate Haidinger, brustkrebs-muenchen e.V.) bietet Patientinnen mit Brustkrebs die Möglichkeit, bereits während des stationären Aufenthalts im Gespräch mit einer Betroffenen Mut zu gewinnen, unbegründete Ängste abbauen und so als informierte Patientin die Therapie zu durchlaufen.
Im MammaCare Zentrum München an der Frauenklinik werden interessierte Frauen und auch Brustkrebspatientinnen in der strukturierten Brustselbstuntersuchung nach der MammaCare® Methode unterwiesen.


Fortbildung und Qualitätssicherung


 

Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter spielen eine wichtige Rolle. Regelmäßige Seminare dienen der Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter, zweimal im Monat findet eine onkologische Mittagsfortbildung in der Frauenklinik statt, um aktuelle Themen bei der Behandlung von Brustkrebs zu besprechen. Zusätzlich werden regionale und überregionale Fortbildungen für Ärzte und Brustkrebspatientinnen fachübergreifend organisiert.

Zur verbesserten Erreichbarkeit der Leistungsträger haben alle Oberärzte im Interdisziplinären Brustzentrum ein Handy, über das sie auch für niedergelassene Kollegen direkt erreichbar sind. In der Frauenklinik gibt es einen eigenen Qualitäts- und EDV-Beauftragten, monatliche Konferenzen innerhalb der Klinik sowie mit der Klinikverwaltung helfen rechtzeitig Probleme zu erkennen und zu lösen. Zusätzlich erfolgt eine interne Qualitätssicherung in den einzelnen Arbeitsbereichen.


Diagnostik und Therapie nach dem neuesten Standard


 

Die Entscheidungsträger der im Interdisziplinären Brustzentrum zusammengeschlossenen Abteilungen sind in der Region München, aber auch deutschlandweit und international maßgeblich an der Erstellung von Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Brustkrebs beteiligt. Viele Kolleginnen und Kollegen sind aktive Mitglieder in der Projektgruppe Mammakarzinom des Tumorzentrums München und als Autoren an der Erstellung des Münchner Mammakarzinom Tumormanuals beteiligt.

  • Frau Prof. Kiechle: Leiterin des Konsortiums "Familiäres Mamma- und Ovarialkarzinom" der Deutschen Krebshilfe
  • Frau Prof. Schmalfeldt: Mitglied des Vorstandes der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO)
  • OA Dr. S. Paepke: Sprecherin der AG Minimal invasive Mammainterventionen der Deutschen Gesellschaft für Senologie; Stellvertretender Vorsitzender des Arbeitsbereiches Axilla der Internationalen Gesellschaft für Endoskopie (Brust).


Der Anteil der präoperativ durch Stanzbiopsie oder Vakuumbiopsie gesicherten Brustkrebserkrankungen oder Brustkrebsvorstufen liegt bei über 80 %. Bei neu diagnostiziertem Brustkrebs zeigt sich im Rahmen der operativen Behandlung ein klarer Trend zum brusterhaltenden Vorgehen (~ 84 % der Patientinnen im Jahr 2004). Bei den Patientinnen, bei denen eine Entfernung der betroffenen Brust (modifiziert-radikale Mastektomie) aufgrund des vorliegenden Befundes nicht zu umgehen ist, wird ein Wiederaufbau der Brust geplant oder in gleicher Sitzung vorgenommen.
Um mehr brusterhaltende Operationen zu ermöglichen, besteht das Angebot einer primären, präoperativen Chemotherapie. Das Verfahren der Sentinel-Lymphonodektomie wird als Standardverfahren eingesetzt, so dass vielen Patientinnen die Morbidität einer Axilladissektion erspart werden kann. Des Weiteren wurden Operationstechniken entwickelt, durch die ein separater Schnitt in der Achselhöhle vermieden werden kann (ADAM-Technik).
Durch eine genaue tumorbiologische Untersuchung des Brustkrebsgewebes (z.B. uPA/PAI-1 Test), auch mit neuen molekularen Methoden, können Therapiekonzepte für die einzelne Patientin gefunden werden und Patientinnen so eine Über- bzw. Unterbehandlung erspart werden.


Klinische Studien


 

Die Frauenklinik ist Studienleitzentrum bzw. Studienzentrale für neue Behandlungsstrategien. Deutschlandweite und internationale klinische Studien bei Brustkrebs ermöglichen den frühzeitigen Einsatz modernster Diagnostikverfahren, Therapiekonzepte und Medikamente. Alle klinischen Studien werden in Kooperation mit dem 2001 neu gegründeten Münchner Studienzentrum am Klinikum rechts der Isar durchgeführt.


Diagnostische und therapeutische Schwerpunkte


 

  • Zweitmeinungen und Beratungen zum Thema Brustkrebs
  • Genetische Beratung und Testung bei Familiären Krebserkrankungen
  • Gynäkologische Endokrinologie: Hormontherapie, Osteoporose
  • Operative und medikamentöse Behandlung von Brustkrebs
  • Moderne Brustchirurgie (z.B. brusterhaltende Verfahren, Sentinel-Lymphknoten-Entfernung)
  • Sofortige oder nachfolgende plastisch rekonstruktive Operationen an der Brust
  • Onkologische medikamentöse Therapie (z.B. Chemotherapie, endokrine Therapie, Bisphosphonat-, Antikörpertherapie)
  • Onkologische Nachsorge (gemeinsam mit niedergelassenen Kollegen / Hausärzten)
  • Brustkrebsdiagnostik: Hochleistungsultraschall, minimal invasive Biopsieverfahren (in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Mammadiagnostik)
  • Entwicklung neuer Verfahren zur frühzeitigen Brustkrebsdiagnostik

 

Wissenschaftliche Schwerpunkte

 

Die Forschung hat im Klinikum rechts der Isar einen hohen Stellenwert, sowohl bei der patientennahen Forschung als auch bei der Grundlagenforschung und der Übertragung ihrer Ergebnisse in die Klinik (translationale Forschung). Interdisziplinäre Forschungsprojekte erforschen neue Diagnostik- und Therapieverfahren.
In der Frauenklinik gibt es zwei Forschergruppen, die von Naturwissenschaftlern geleitet werden: Klinische Forschergruppe (Leiter: Prof. Dr. M. Schmitt) und Gynäkologische Tumorgenetik (Leiter: Prof. Dr. med. A. Meindl). Die enge Zusammenarbeit zwischen Klinikern und Grundlagenforschern ermöglicht eine direkte klinische Umsetzung von Forschungsergebnissen zum Wohle der Patientinnen. Die Individualisierung der Brustkrebstherapie und damit verbunden ggf. ein Verzicht auf Chemotherapie wird durch die Bestimmung von Proteolysefaktoren im Tumorgewebe ermöglicht. Die Grundlagen für diesen uPA/PAI-1 Test, der jetzt allen Brustkrebspatientinnen bei Erstdiagnose angeboten werden kann, wurden in der Frauenklinik entwickelt


Ausstattung und Services


 

Die moderne Ausstattung der einzelnen im Interdisziplinären Brustzentrum zusammengefassten Abteilungen ermöglicht eine Patientenbetreuung auf höchstem Niveau:

Diagnostik:

  • Mammographie
  • Kernspintomographie
  • Röntgenuntersuchungen
  • Computertomographie (CT)
  • Positronen-Emissionstomographie (PET), PET-CT
  • Skelettszintigraphie
  • Hochfrequenz – Ultraschall, drei- und vierdimensionaler Ultraschall, kontrastmittelgestützter Ultraschall zur Differenzierung kleinster Brustveränderungen (DOST)
  • Minimal-invasive Diagnostik: Stanzbiopsien, sonographische und stereotaktische Vakuumbiopsie
  • Dopplersonographie
  • Duktoskopie, duktoskopische Mikrobiopsien


Therapie:

  • Operationssäle mit modernster Technik
  • Computervernetzung der Stationen mit schneller Befundübermittlung


Services:

  • Täglich "Interdisziplinäres Tumor-Board bzw. Mamma-Board" zur Diskussion von individuellen Fällen und Krankengeschichten
  • Ambulante Onkologische Tagesstation
  • Psychologische Beratung: Psychoonkologie
  • "Patientinnen beraten Patientinnen" – Beratung durch selbst betroffene Brustkrebspatientinnen
  • Strukturierte Brustselbstuntersuchung (MammaCare™ Methode)
  • Krankengymnastik
  • Naturheilkundliche Verfahren
  • Zweitmeinungen – Brustkrebssprechstunde
  • Studiensprechstunde
  • Gutachten
  • Telefon-, email- und Abendsprechstunden

 

Kliniken und Institute des interdisziplinären Brustzentrums

 

  • Frauenklinik und Poliklinik
  • Abteilung für bildgebende und interventionelle Mammadiagnostik, Institut für Radiologie
  • III. Medizinische Klinik (Hämatologie, Onkologie)
  • Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und radiologische Onkologie
  • Institut für allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie
  • Nuklearmedizinische Klinik und Poliklinik
  • AG Psychoonkologie des Tumortherapiezentrums
  • Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie