Direktor und Lehrstuhl für Chirurgie:
Univ.-Prof. Dr. med. Helmut Friess
(Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie)
Kontakt:
Tel. 089 4140–2121
Fax 089 4140–4870
E-Mail: helmut.friess(at)chir.med.tu-muenchen.de
Homepage der Klinik: www.chir.med.tu-muenchen.de
Homepage Transplantationszentrum
Homepage Pankreaszentrum
Homepage Darmzentrum
Fachgebiet und behandelte Erkrankungen
Die Chirurgische Klinik mit Poliklinik bietet gemeinsam mit ihren Abteilungen ein umfassendes Versorgungsspektrum. Ausgenommen ist nur die Herzchirurgie, wofür eine enge Kooperation mit dem Deutschen Herzzentrum München besteht.
Die Kernkompetenz der Viszeralchirurgie liegt in den Krebserkrankungen von Bauch- und Brustorganen. Einen besonderen nationalen und internationalen Ruf hat sich die Viszeralchirurgie in der Speiseröhren-, Magen-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenchirurgie erarbeitet. Dabei beschäftigt sie sich besonders mit der Frage, wie durch die Kombination von Operation mit Chemo- und/oder Strahlentherapie (multimodale Therapie, neoadjuvantes Konzept: Sofort Operieren oder zuerst Vorbehandeln?) die Belastung und damit das Risiko für den Patienten vermindert sowie Lebensqualität und Heilungschancen verbessert werden können.
Ein zentraler Punkt ist dabei eine enge Kooperation mit anderen Fachgebieten, insbesondere mit internistischen Onkologen und Strahlentherapeuten. Diese Zusammenarbeit ist organisiert in Form des Tumortherapiezentrums (TTZ). Es bietet den Vorteil kurzer Wege, rascher Entscheidungsprozesse und möglichst individualisierter Behandlungspläne für die Patienten.
Die Allgemeinchirurgie erfolgt überwiegend ambulant-stationsersetzend (Leistenbruchoperationen) oder kurzzeitstationär und dabei bevorzugt als minimal invasives Verfahren (MIC: Kleine Wunde, weniger Schmerzen?) (Schlüssellochchirurgie) insbesondere bei Gallenblasen- und Bruchoperationen aber auch zunehmend bei ausgewählten Speiseröhren-, Magen- und Darm- und Lebererkrankungen. Im Rahmen der Transplantationschirurgie werden Nieren-, inkl. Lebendspende, Bauchspeicheldrüsen- und Leberverpflanzungen durchgeführt.
Als Lehrstuhl der Technischen Universität München ist die Klinik zusätzlich dem Studentenunterricht und intensiver wissenschaftlicher Forschung verpflichtet. Das über Jahre kontinuierliche Bemühen um alle diese Aspekte hat seinen Ausdruck in zahlreichen Publikationen, Auszeichnungen, Chefarztberufungen und anderen ehrenvollen Ernennungen diverser Mitarbeiter gefunden.
Diagnostische und therapeutische Schwerpunkte
Selbstverständlich sind rund um die Uhr alle zentralen diagnostischen Einrichtungen des Klinikums verfügbar, die natürlich auf dem modernsten Stand sind. Dazu zählen Röntgenuntersuchungen inkl. Computer-(CT), Magnetresonanz-(MRT) und Positronenemissions-Tomographie (PET). Zusätzlich führen wir aber eine Reihe von Untersuchungen selbst durch, wenn sie für die Entscheidung zur Operation oder die Nachsorge besonders wichtig sind. Dazu gehört vor allem die Magen-Darm-Spiegelung (Endoskopie), Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) und Funktionsuntersuchungen von Speiseröhre und Magen (Manometrie, pH-Metrie). Ist vor oder nach einer Operation eine unterstützende Chemotherapie angezeigt, stehen auch dafür eigens ausgestattete Räume und speziell geschulte Ärzte und Pflegekräfte zur Verfügung.
Das wichtigste Ziel ist, ein durchgängiges Behandlungskonzept mit lückenloser Behandlungkette anzubieten. Das heißt: Kommt eine Operation nicht in Frage, erfolgt eine nahtlose Betreuungsübernahme durch andere, im speziellen Fall mehr oder zusätzlichen Erfolg versprechende Fachspezialisten. Um diesen Ablauf zu optimieren, hat die Chirurgische Klinik das Tumortherapiezentrum (TTZ) initiiert. Hier findet jeden Morgen eine Konferenz (Tumorboard) statt, bei der alle Spezialisten anwesend sind, um für jeden Patienten die individuell beste Behandlung auszuwählen.
Standards, Richt- und Leitlinien werden stets beachtet, bei vielen war die Klinik an der Entwicklung selbst entscheidend beteiligt. Qualitätsmanegement und Benchmarking setzen den Maßstab.
Behandlungserfolge
In Anbetracht des hohen Patientenaufkommens (sogenannter High-Volume-Effect) konnten wichtige Fragen der chirurgischen Technik und der Patientensicherheit weiter entwickelt werden. So werden an der Chirurgischen Klinik seit Jahren Speiseröhren- und Magenentfernungen mit einer Letalität von unter 2% durchgeführt. Hierfür ist auch die in der Chirurgischen Klinik kontinuierlich weiterentwickelte Risikoevaluation hilfreich.
Die der BQS (Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung) für die externe vergleichende Qualitätssichrung gemeldeten Daten geben seit Jahren keinerlei Grund zu Beanstandungen. Dasselbe gilt für die nach dem Infektionsschutzgesetz zu überwachenden Krankenhausinfektionen und andere Komplikationsstatistiken.
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Universitätskliniken sind grundsätzlich gehalten, wissenschaftlich orientierte Schwerpunkte zu bilden und zum Fortschritt in der Medizin beizutragen.
Seit Jahren wird das Konzept verfolgt, durch eine Chemo- oder Radiochemotherapie bereits vor der Operation das Tumorwachstum zu bremsen und so die Heilungschancen zu verbessern. Auf diesem Gebiet verfügt die Chirurgische Klinik über die weltweit größten Erfahrungen, insbesondere bei Speiseröhren- und Magenkarzinomoperationen.
Ein wichtiger Fortschritt ist, dass es durch die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) möglich geworden ist, das Ansprechen auf die Vorbehandlung bereits nach wenigen Therapietagen einzuschätzen. Diese Frühevaluation des Tumor-Response ist inzwischen so gut belegt, dass es auch im klinischen Alltag möglich ist, nach 14 Tagen mit hoher Zuverlässigkeit den Tumor-Response zu erkennen und diese Information in weitere therapeutische Schritte einzubeziehen. Daraus ist ein weltweit neues Therapiekonzept entstanden, das in der Chirurgischen Klinik jetzt in der Routine bei allen Patienten zur Anwendung kommt. Seit zwei Jahren steht im Klinikum ein Gerät zur Verfügung, das sogar die Durchführung der PET in einem Untersuchungsgang mit der Computertomografie ermöglicht (CT-PET).
Ebenfalls etabliert hat sich eine Vorbehandlung für das Dickdarm-, speziell für das Mastdarm- und Afterkarzinom. Ein weiterer Ansatzpunkt in dem Bestreben Operationen risikoärmer zu machen und sowohl bzgl. Lebensqualität als auch Tumorheilung zu optimieren, ist die prä- und postoperative körperliche (Physiotherapie) und seelische (Psychoonkologie) Betreuung. Dieses Thema untersuchen wir mit tatkräftiger Unterstützung der Deutschen Krebshilfe. Ebenso wie die Erblichkeit von Krebserkrankungen. Also, die familiäre Belastung durch Dickdarm- und Magentumoren. Nicht zuletzt halten wir auch die richtige Ernährung für wichtig und bieten eine entsprechende Beratung an.
Pro Jahr werden etwa 30 Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften, Fach- und Lehrbüchern veröffentlicht. Gemessen an den sogen. Impact-Punkten liegt die wissenschaftliche Leistung der Klinik im Spitzenfeld.