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Geschichte des Klinikums rechts der Isar

Schwarzweißbild Klinikum; copyright: M. Stobrawe, Klinikum rechts der Isar

Von der Haidhauser Armen- und Krankenanstalt zum Klinikum der Technischen Universität

 

1834
Das an der nach Bogenhausen führenden Straße im Norden Haidhausens gelegene ehemalige Kaffeehaus der Hartschierswitwe Anna Kurz wurde gepachtet, mit Hilfe freiwilliger Spenden umgebaut und am 1. Mai 1834 als lokale Kranken- und Armenversorgungsanstalt eröffnet. Das Krankenhaus umfaßte zwei Stockwerke mit 34 Allgemein- und 2 Separatbetten, einem Bad und zwei Toiletten, angestellt waren ein Spitalsarzt, ein Hausmeister und ein Rechnungssteller: die Vorläufer des heutigen ärztlichen Dienstes, des Pflegepersonals und der Verwaltung. Im Jahr 1838 wurde das Anwesen gekauft und im August 1840 übernahm der Orden der Barmherzigen Schwestern für die nächsten 130 Jahre die Krankenpflege.

1854
Am 1. Oktober 1854 erfolgte die Eingemeindung Haidhausens. Das Krankenhaus in der Vorstadt Haidhausens wurde von nun an "Krankenhaus rechts der Isar" genannt und konnte nach Inbetriebnahme eines Neubaus 159 Patienten versorgen. Von 1866 an erfolgte erstmals die Trennung der Patienten in Angehörige der chirurgischen und internen Abteilung.

1870 - 1902
Die starke Bevölkerungszunahme und die rege Bautätigkeit in München und seiner Vorstadt Haidhausen brachte für das Krankenhaus eine ständige Platznot. In den Jahren 1870 - 1902 errichtete man deshalb immer wieder neue Pavillons und Verbindungstrakte.
Im Jahr 1892 wurde der älteste Teil der Anstalt, das ursprüngliche Kaffeehaus, abgebrochen; an seiner Stelle entstand - im Stil der Gründerzeit - das heutige Verwaltungsgebäude.
Ende 1902 hatte die Bautätigkeit einen vorläufigen Abschluss erreicht. Die Bettenzahl war auf 736 gestiegen, konnte aber in Notzeiten auf 850 erhöht werden.

1914 - 1945
Der erste Weltkrieg brachte durch zahlreiche Einberufungen große Personalveränderungen mit sich. Der ärztliche Dienst mußte größtenteils mit Hilfskräften und älteren Studierenden bewältigt werden.
Im Zweiten Weltkrieg verlegte man wegen der einsetzenden Luftangriffe die Mehrzahl der Patienten in Ausweichkrankenhäuser außerhalb Münchens.
Das Krankenhaus rechts der Isar erlitt schwerste Schäden, zum Ende des Krieges waren nur noch 200 Betten belegbar.

1954
Im März 1954 wurde im Rahmen eines umfassenden Krankenhausentwicklungsplans der Landeshauptstadt München der Ausbau für das Krankenhaus rechts der Isar mit einem Kostenaufwand von 16 Millionen Mark genehmigt. Gebäude wurden um- und ausgebaut, ein Krankenhausgarten angelegt, Versorgungsgebäude, Schwesternwohnheime errichtet etc. Die Bettenzahl wuchs auf insgesamt 1.350 an.

Im Laufe der Jahre wurden den bereits bestehenden Fachbereichen Chirurgie, Innere Medizin und Gynäkologie sowie dem Patohologischen Institut eine zweite medizinische, eine urologische, neurologische, neurochirurgische, Hals-Nasen-Ohren-, Röntgen-, Augen- und Anästhesieabteilung sowie ein bakteriologisches und klinisch-chemisches Institut hinzugefügt.

1967
Der ständige Zustrom von Medizinstudenten an die Münchner Universität führte dazu, dass am 14. September 1967 eine weitere medizinische Fakultät ins Leben gerufen wurde: das Krankenhaus rechts der Isar wurde vom Staat als "Klinikum rechts der Isar der Technischen Hochschule" übernommen.

Für die eigentliche Aufgabe einer medizinischen Fakultät, also für Lehre und Forschung, mussten zusätzliche Einrichtungen geschaffen werden. Besonders vordringlich war zunächst der Bau eines Hörsaaltraktes, der im November 1970 eingeweiht werden konnte.

Das Klinikum rechts der Isar hat sich jedoch nach seiner Übernahme durch den Freistaat Bayern nicht nur im Bereich der Lehre und Forschung erheblich vergrößert:

1970 - 1995
In der Zeit zwischen 1970 und 1973 wurden zwei dringend benötigte Bauten errichtet. In dem einen fanden die Chirurgische Poliklinik, das Institut für Experimentelle Chirurgie sowie weitere Funktions- und Kursräume Platz. Auf dem Dach konnte außerdem ein Hubschrauberlandeplatz angelegt werden, um Patienten ohne zeitraubenden Zwischentransport direkt in den Schockraum der Chirurgischen Klinik zu bringen. Das andere Gebäude sollte die Urologische Klinik aufnehmen.
Vor allem um die für die Ausbildung der Studenten notwendig gewordenen Polikliniken unterzubringen, mussten an zahlreichen Altbauten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.
Weitere Kliniken und Institute konnten in zum Teil angemieteten bzw. vom Freistaat Bayern erworbenen Gebäuden in der Möhlstraße, am Biederstein und in der Connollystraße eingerichtet werden. Die Kinderpoliklinik wurde dem Städtischen Krankenhaus München-Schwabing angeschlossen.

1995 -heute
In den vergangenen Jahren konnten am Klinikum rechts der Isar zahlreiche große Baumaßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:

1995: Neubau für Strahlentherapie, Nuklearmedizin und Klinische Chemie

1998: Neubau eines modernen Ver- und Entsorgungszentrums für alle Einrichtungen des Klinikums und der Fakultät

2000: neues Gebäude der Pathologie, Forschungsbau der Gesellschaft für Strahlenforschung und des Instituts für Virologie

2005: Neubau der Mikrobiologie

2006: Einweihung des "Neuro-Kopf-Zentrums". In dem modernen Gebäudekomplex sind die Kliniken für Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie untergebracht.

2009: komplette Renovierung des Hörsaaltrakts

2010: Inbetriebnahme des OP-Zentrums Nord sowie des Gebäudes der Psychosomatischen Klinik.

 

Weitere Informationen und Bildmaterial zur Geschichte des Klinikums rechts der Isar finden Sie in unserer Geschichtsbroschüre (PDF-Datei).