Arbeitsgruppe Somatoforme Störungen

Leitung: PD Dr.med. Constanze Hausteiner-Wiehle, Prof. Dr.med. Peter Henningsen

Die Arbeitsgruppe "Somatoforme Störungen" beschäftigt sich mit Körperbeschwerden, bei denen eine Diskrepanz zwischen organischen Untersuchungsbefunden und subjektivem Leidensdruck bzw. subjektiver Funktionsbeeinträchtigung besteht. Darunter fallen die so genannten somatoformen Störungen nach ICD-10 bzw. DSM-IV, aber auch viele der so genannten funktionellen Syndrome, wie etwa Chronisches Müdigkeits-Syndrom, Reizdarm- oder Reizmagen-Syndrom, Fibromyalgie-Syndrom, oder Multiple Chemikalienempfindlichkeit. Darüber hinaus gibt es auch bei organisch definierten Erkrankungen bestimmte Beschwerden (z.B. Erschöpfung), die nicht eindeutig durch Labor- oder Untersuchungsbefunde erklärt werden können, aber dennoch den Verlauf der Grunderkrankung komplizieren.

In diesem Spannungsfeld (Was sind Körperbeschwerden? Wann machen Körperbeschwerden krank? Ist die Trennung zwischen „körperlich“ und „psychisch“ überhaupt gerechtfertigt? Wie geht man mit Körperbeschwerden ohne hinreichendes organpathologisches Korrelat um?) suchen wir nach Möglichkeiten, die Versorgung der betroffenen Patienten zu verbessern, z.B. durch die Entwicklung von Leitlinien (AWMF-Leitlinie "Patienten mit organisch nicht hinreichend erklärten, funktionellen oder somatoformen Körperbeschwerden"), die Untersuchung möglicher Frühindikatoren ("SomA-Studie") oder verschiedener Therapieansätze ("PISO-Studie"). Wir beteiligen uns außerdem aktiv an der aktuelle Klassifikationsdebatte, denn unserer Meinung nach sind (Positiv-)Kriterien und eine klarere Terminologie notwendig, um Diagnosesicherheit, Akzeptanz und Behandelbarkeit somatoformer und funktioneller Erkrankungen zu verbessern.


Psychosomatische Intervention bei Patienten mit multisomatoformer Störung in verschiedenen somatischen Settings (PISO)
Randomisiert-kontrollierte Studie zur Wirkung einer 12-stündigen manualisierten psychodynamisch-interpersonellen Psychotherapie im Vergleich zu „enhanced medical care"


Disorders and Coherence of the Embodied Self (DISCOS) www.discos-rtn.eu
EU-gefördertes multinationales Forschungsprojekt unter Führung der Universität Heidelberg (Psychiatrie) und der TU München (Psychosomatik) unter Beteiligung weiterer 7 europäische Fakultäten aus sechs Ländern


AWMF-Leitlinie "Patienten mit organisch nicht hinreichend erklärten, funktionellen oder somatoformen Körperbeschwerden" www.funktionell.net
Arbeitsgruppe zur Erstellung einer S3 Leitlinie

 

Towards an Embodied Science of InterSubjectivity (TESIS) www.tesis-itn.eu

EU-gefördertes multinationales "Initial Training Network" unter Beteiligung der TU München (Psychosomatik) und 12 weiterer europäischer Institute aus fünf Ländern der EU