Die Niere - Funktion und Erkrankungen

Nephrologie; woher kommt das Wort
Welche Funktion hat die Niere?
Erkrankungen der Niere
Beschreibung der Dialyse
Alternatives Verfahren - die Transplantation

 

Nephrologie; woher kommt das Wort?

 

Das Wort Nephrologie stammt aus dem Altgriechischen und ist die Bezeichnung für Niere - "nephros" -. Im Lateinischen heißt die Niere "ren" und zur Niere gehörende bzw. durch die Nieren bedingte Phänomene und Krankheiten werden als "renal" bezeichnet.

 

Welche Funktion hat die Niere?

 

Die Nieren sind zwei paarig angelegte Organe, die sich neben der Wirbelsäule in Höhe der unteren Rippen befinden. Jede Niere ist, je nach Körpergröße des Menschen, etwa 9 bis 12 cm lang, etwa 4 bis 6 cm breit und etwa 3 bis knapp 5 cm dick. Eine einzelne Niere wiegt ca. 150 g. Die Oberfläche der Nieren ist meist glatt.
Die Nieren sind sehr gut durchblutet.
In der Nierenrinde befinden sich die so genannten Glomeruli. In diesen Glomeruli befinden sich viele kleine Blutgefäßknäuel, deren Blutgefäßwand für verschiedene Bestandteile des Blutes durchlässig ist. Während die Blutzellen, also rote und weiße Blutkörperchen, sowie Plasmaalbumin (Bluteiweiß) nicht aus dem Blutgefäß austreten können, passieren Glukose (Zucker), Harnstoff, Elektrolyte und Wasser die Gefäßwände und werden in den so genannten Tubuli aufgefangen. Die in den Tubuli gesammelte Flüssigkeit wird als Primärharn bezeichnet.
Die im Primärharn ausgeschiedenen Bestandteile durchlaufen ein verzweigtes und geschlängeltes Tubulussystem von Nierenrinde und Nierenmark. Auf diesem Weg werden viele Bestandteile des Primärharns und fast die gesamte Flüssigkeit wieder resorbiert und bleiben somit dem Körper erhalten. Dies führt zu einer Konzentration des Primärharns, das Ergebnis ist der eigentliche Harn (Urin).
Die Nieren scheiden ca. 1,4 Liter Urin pro Tag aus und reinigen den Körper von chemischen Substanzen. Neben diesen Abbauprodukten werden aber auch Elektrolyte und Substanzen, die den Säure-Basen-Haushalt regulieren, ausgeschieden. Dadurch wird der Säure-Basen-Haushalt des Organismus reguliert. Substanzen, die der Körper mit dem Urin ausscheiden muss, um eine übermäßige Konzentration im Organismus zu verhindern, werden als harnpflichtige Substanzen bezeichnet. Für die Nierendiagnostik wichtige harnpflichtige Substanzen sind Kreatinin und Harnstoff.

Die Nieren haben folgende Hauptfunktionen:

  • Regelung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
  • Regelung des Blutdrucks
  • Regelung des Säure- und Basenhaushalts
  • Entgiftung des Körpers
  • Regelung der Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten)
  • Regelung des Knochenstoffwechsels

 

Erkrankungen der Niere

 

Die Hauptfunktion der paarig angelegten Nieren ist die Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen. Des Weiteren regulieren sie den Säure-Basen- und des Flüssigkeits-Haushalt. Verschiedene Ursachen können zu zunehmender Funktionsbeeinträchtigung der Nieren führen. Zu diesen gehören v.a. langjähriger Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, die übermäßige Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln und entzündliche Nierenerkrankungen. Im Endstadium ist die Nierenfunktion vollständig erloschen. Ohne Behandlung führt dies zum Tod.
Als Therapieverfahren zur Lebensrettung bieten sich die Dialyse (künstliche Blutwäsche) oder die Nierentransplantation. Man unterscheidet die extrakorporale Dialyse, bei der das Blut durch das Blutwäschegerät geleitet wird - in der Regel dreimal wöchentlich für vier bis acht Stunden -, die Hämofiltration und die Peritonealdialyse, die über das Bauchfell kontinuierlich mit einem Katheter erfolgt, wodurch der Patient mobiler bleibt.

 

Dialyse

 

Die Dialyse (griech. dialysis = Auflösung, Trennung), allgemein auch als "Blutwäsche" bekannt, ist ein Verfahren zur Entfernung harnpflichtiger Substanzen, überflüssigen Wassers und von Giftstoffen aus dem Blut. Sie ist notwendig, wenn die Funktion der natürlichen Nieren hochgradig eingeschränkt ist. Entscheidend für die Einleitung einer Dialysebehandlung sind die Nierenwerte im Blut und die klinischen Symptome. Bei den Dialysetechniken werden extrakorporale (lat. = außerhalb des Körpers erfolgende) Verfahren und die so genannte Peritonealdialyse (=Bauchfelldialyse) unterschieden. Eine individuelle Beratung durch den Arzt entscheidet welches Verfahren für jeden Patienten am besten geeignet ist. Die Dialyse ist kein vollwertiger Ersatz der natürlichen Nierenfunktion. Die Nieren arbeiten 24 Stunden am Tag und scheiden Stoffe aus, die nicht vom Körper verwertet werden können. Im Gegensatz dazu dialysiert ein Patient in der Regel nur drei- bis viermal in der Woche für vier bis fünf Stunden. Zwischen den Dialysen steigt der Gehalt des Körpers an Wasser, Stoffwechselprodukten und Mineralstoffen deutlich an. Erst bei der nächsten Dialyse können diese Stoffe wieder ausgeschieden werden.

 

Alternatives Verfahren - die Transplantation

 

Ein weiteres Verfahren neben der Dialyse ist die Möglichkeit der Nierentransplantation. Hierbei wird dem Patienten die Niere eines verstorbenen oder eines lebenden Organspenders eingepflanzt. Eine Niere reicht aus, um das Blut eines Menschen zu reinigen. Wird die Niere vom eigenen Körper angenommen und nicht als fremd erkannt, kann eine hohe Lebensqualität erreicht werden. Allerdings muss der Patient täglich Medikamente (Immunsuppressiva) einnehmen, die sein eigenes Immunsystem daran hindern, die fremde Niere anzugreifen und Abstoßungsreaktionen hervorzurufen.