Informationen rund um die Geburt

Sicherheit für das besondere Ereignis

Der Kreißsaal unserer Klinik ist zu Ihrer Betreuung rund um die Uhr mit Hebammen besetzt. Es sind immer mindestens zwei, meistens aber mehr Hebammen anwesend. Die Hebamme ist während der Geburt die Hauptbezugsperson für Sie und Ihren Partner. Mehrere Kreißsäle stehen für die Entbindung zur Verfügung. In den Kreißsälen befinden sich weiche Matten und Bälle, die Sie während der Geburt nach Ihrem Wohlbefinden benutzen können. Wenn es für Sie angenehm ist, können Sie auch einen Gebärhocker nutzen oder zur Entspannung ein Bad nehmen.
Falls ein Kaiserschnitt notwendig werden sollte, können wir Sie sofort vom Kreißsaal in den gleich angrenzenden Operationssaal bringen. Da es im Haus auch eine Intensivstation für Frühgeborene gibt, ist ein Kinderarzt rund um die Uhr verfügbar, der bei Problemen jederzeit hinzugezogen werden kann.
Die Dienstzeiten der Hebammen sind so abgestimmt, dass bei Dienstwechseln immer eine angemessene Zeit zur Übergabe und zur Besprechung der wichtigsten Dinge verbleibt. Falls Sie kurz vor der Geburt stehen sollten, bleibt die Hebamme, die Sie bisher betreut hat in der Regel auch noch bei Ihnen, bis Ihr Kind geboren ist. 

 

 Wenn es ernst wird... 

Bereits einige Zeit vor dem errechneten Termin sollten Sie Ihr "Köfferchen" packen, damit für den "Ernstfall" alles vorbereitet ist. Folgende Dinge sollte Ihr "Klinikkoffer" enthalten:

Für die Mutter:

  • Morgenmantel
  • Waschutensilien
  • Einmalwaschlappen
  • Hausschuhe
  • Fön
  • Nachthemden (geknöpft)
  • Handtücher
  • Still-BHs

 

Für das Kind:

  • Unterhemdchen (Body)
  • Jacke
  • Hemdchen
  • Mütze
  • Tragetasche/Autositz
  • Strampler
  • Decke
  • Socken

 

Bürokratisches:

  • Mutterpass
  • Heiratsurkunde / Geburtsurkunde bei Unverheirateten
  • Ausweis
  • Versichertenkarte oder Clinic-Card

 

Von der Klinik werden für Sie gestellt:

  • Einmalnetzhöschen
  • Binden
  • Kleidung
  • Windeln und Pflegeartikel für das Kind, solange Sie bei uns sind

 

Für die Geburt selbst benötigen Sie eigentlich nur Morgenmantel, Hausschuhe und eventuell ein Nachthemd oder T-Shirt, das schmutzig werden darf. Sie können selbstverständlich auch unsere Nachthemden, die wir Ihnen zur Verfügung stellen, benutzen. Was Sie ansonsten zur Geburt mitnehmen möchten, können Sie natürlich selbst entscheiden. Zu denken wäre hierbei etwa an Duftlampen, Entspannungsmusik (CD und Kassettenspieler sind vorhanden), bequeme Kissen und was Sie sonst gern mögen. 

 

Wenn das Baby auf sich warten lässt 

... ist das zunächst ganz normal. Nur drei von 100 Kindern kommen zum errechneten Zeitpunkt zur Welt, der Rest ca. vier Wochen um den Termin herum. Falls Sie den Termin überschreiten, überweist Sie Ihr Frauenarzt möglicherweise in unser Haus zur Vorsorgeuntersuchung. Ab dem 6. Tag über dem Termin werden Sie bei uns im Kreißsaal untersucht.
Sie sollten sich in diesem Fall evtl. etwas zum Lesen und ein bisschen Geduld mitbringen, denn meist werden von den Hebammen gleichzeitig andere Frauen während der Geburt betreut. Wir bemühen uns natürlich, Ihnen Wartezeiten zu ersparen. Wir kontrollieren den Zustand Ihres Kindes mit Hilfe des Herzton-Wehen-Schreibers (CTG) und Blutflussuntersuchungen per Ultraschall (Doppler). Sofern es Ihrem Kind und Ihnen auch über den Termin gut geht, warten wir zunächst einmal auf die Natur, die das Kind zum Vorschein bringen soll.

Ab etwa 12 Tagen über dem errechneten Termin schlagen wir vor, den Muttermund zu reifen, damit die Wehen besser zur Wirkung kommen können. Hierzu werden Sie stationär aufgenommen und im Kreißsaal mittels CTG überwacht. Die Reifung des Muttermundes geschieht mittels eines körpereigenen Hormons (Prostaglandine), das in Tabletten oder Gelform vor den Muttermund gebracht wird.

Sollte der Muttermund schon etwas geöffnet sein, kann man die Wehen auch mit einer Infusion unterstützen. Dies aber nicht vor dem 12. Tag der Terminüberschreitung.
Auch hier sollten Sie viel Geduld aufbringen, denn leider kann man nicht davon ausgehen, dass das Kind an dem Tag geboren wird, an dem man die Geburt in Gang bringen will. Oft kann eine zweite Tabletten- oder Gelgabe erforderlich sein und es kann nötig werden, dass ein Tag pausiert wird.

 

Ihre Begleitperson

... ist bei uns herzlich willkommen. Ob der Vater des Kindes oder eine andere Person, die Sie begleiten soll. Wichtig ist uns, dass es nur eine Person sein sollte, die Sie begleitet. Erfahrungsgemäss entsteht grosse Unruhe, wenn mehrere Angehörige bei der Geburt anwesend sind. Bitte erklären Sie Ihren Verwandten und Bekannten, dass Anrufe im Kreißsaal nicht sehr gerne gesehen werden. Zunächst dürfen weder Ärzte noch Hebammen am Telefon Auskunft geben. Zum zweiten muss die Hebamme bei jedem Anruf weg von der Gebärenden zum Telefon laufen. Dies ist nicht im Sinn der Gebärenden, denn vermutlich möchten Sie Ihre Hebamme auch mehr bei sich als am Telefon sehen. 

 

Wann sollten Sie zu uns fahren? 

Sie sollten bei folgenden Ereignissen in die Klinik fahren:

  • Erstgebärende: Wehen alle 5-10 Minuten
  • Zweit- und Mehrgebärende: Wehen alle 10 Minuten
  • Abgang von Fruchtwasser
  • bei stärkerer frischer roter Blutung sofort in die Klinik kommen!


Zum Abgang von Fruchtwasser: Bitte fragen Sie Ihren Arzt bei den letzten Vorsorgeuntersuchungen, ob das Köpchen des Kindes schon fest im Beckeneingang ist. Sollte dies der Fall sein, können Sie aufstehen und auch laufend in den Kreißsaal kommen. Ist das Köpfchen noch nicht fest, ist eine Liegendanfahrt in jedem Fall anzuraten.
Bei Blutungen: Sollte nur etwas roter Schleim abgehen, ist dies kein Grund zur Besorgnis, sondern nur ein Zeichen dafür, dass die Geburt langsam in Sichtweite kommt (aber wie weit in Sicht, weiß nur Ihr Kind).

 

Wenn Sie bei uns angekommen sind...

...werden Sie zunächst von der diensthabenden Hebamme begrüßt. Optimalerweise kennen wir Sie und Ihren Schwangerschaftsverlauf bereits von einer Vorstellung in der Schwangerenberatung. Dadurch wird die Aufnahme für Sie deutlich erleichtert. Sie müssen anschließend ein wenig Urin abgeben wie bei der Schwangerenvorsorgeuntersuchung, dann werden wir eine Herzton-Wehen-Schrift aufnehmen (CTG). Währenddesen werden wir noch Ihren Blutdruck, Puls und Ihre Temperatur messen. Nach einer zusätzlichen Befragung über Beginn und Dauer der Wehen oder Zeitpunkt des Fruchtwasserabgangs werden wir einen "geburtshilflichen Befund" erheben, d.h. entweder der Dienstarzt oder die Hebamme untersuchen Ihren Muttermund undf beurteilen somit den Geburtsfortschritt.

Anschließend gibt es mehrere Möglichkeiten. Sie können zum Beispiel nochmal ein Weilchen nach Hause gehen, weil es noch länger dauert. Eventuell dürfen Sie noch etwas im Klinikgelände herumspazieren. Ist bereits ein Geburtsfortschritt erkennbar, bieten wir Ihnen unter Umständen einen Einlauf und/oder ein Bad an.
Vielleicht wollen Sie sich auch auf einen Ball setzen, auf eine Matte knien oder sich nur ins Bett legen. Diese Dinge handhaben wir ganz individuell und auf Sie abgestimmt. Wir geben Ihnen Hilfestellungen soweit es möglich ist und raten auch zu verschiedenen Positionen. Wichtig ist, dass es Ihnen und Ihrem Kind gutgeht.

Damit zu den "Routinemaßnahmen" unter der Geburt: Es gibt nur zwei Dinge, die wir bei jeder Frau durchführen, erstens wird bei jeder Gebärenden ab regelmässigen kräftigen Wehen ein CTG geschrieben, um das Wohlergehen des Kindes beurteilen zu können. Zweitens wird jeder Frau ein kleiner Schlauch für eventuell notwendige Infusionen und Medikamente in die Vene am Unterarm gelegt.

Trinken während der Geburt ist glücklicherweise heutzutage erlaubt. Deseiteren kann es auch sinnvoll sein, wenn sie einen kleinen Happen essen (z.B. ein Schokoriegel) oder auch nur ein Bonbon lutschen.

 

Medikamente während der Geburt

Wenn Sie unter der Geburt das Gefühl haben, dass Sie mit den Wehen nicht klar kommen und etwas gegen die Schmerzen benötigen, gibt es mehrere Alternativen. Am Anfang der Geburt kann man noch leichte schmerzerleichternde und entspannende Zäpchen verabreichen Im weiteren Stadium haben wir Medikamente in Spritzenform zur Verfügung, die stärker wirksam sind, aber nicht auf das Kind übergehen. Als nächste Alternative ist Dolantin® zu nennen, ein stark wirksames Schmerzmittel, das jedoch auch zu einem gewissen Teil auf das Kind übergeht. Man gibt dieses Medikament vor allem dann, wenn die Geburt noch auf sich warten lässt.

Die wirksamste Form der Schmerzbekämpfung ist die sogenannte PDA (meist "Rückenmarksnarkose" genannt) zu erwähnen. Die PDA kann man legen, wenn die Wehen schon ausreichend kräftig sind und der Muttermund schon geöffnet ist. Diese Form der Narkose wird vom Narkosearzt durchgeführt. Wenn die PDA "gut sitzt" - was meist der Fall ist - verspürt man in der Wehe maximal noch einen Druck, aber keine Schmerzen mehr. Wir haben mit dieser Art von Schmerzbekämpfung seit Jahren intensive und sehr gute Erfahrungen.

Die Hebammen verfügen neben diesen schulmedizinischen Medikamenten noch über die Möglichkeit, homöopathische Medikamente zur Geburtserleichterung einzusetzen, ebenso wie ätherische Öle für die Aromatherapie benutzt werden können. 

 

Die Geburt des Kindes 

Nachdem Sie die Eröffnungsphase gut hinter sich gebracht haben, wird jetzt die "eigentliche" Geburt Ihres Kindes greifbar. Prinzipiell können Sie Ihr Baby so zur Welt bringen, wie das für Sie am besten ist. Sowohl bei der Seitenlage als auch beim Hocken, im Vierfüsslerstand, Liegen etc. werden wir Ihnen hilfreich zur Seite stehen. Die Hebammen verfügen neben diesen schulmedizinischen Medikamenten noch über die Möglichkeit, homöopathische Medikamente zur Geburtserleichterung einzusetzen, ebenso wie ätherische Öle für die Aromatherapie benutzt werdenn können.

Ein Wort zum Dammschnitt: Wir vermeiden den Schnitt, so gut wir können. Er gehört keineswegs zu unseren "Routinemaßnahmen" und wird seit Jahren immer seltener durchgeführt. Aber die Entscheidung, ob ein Schnitt gemacht werden muss, kann man erst ganz zum Schluss der Geburt fällen, wenn man entweder sieht, dass das Gewebe ernsthaft zu reißen droht, oder wenn es dem Kind von der Herzfrequenz her nicht mehr optimal geht und eine rasche Geburt angestrebt werden muss. Wenn das Kind geboren ist, bekommen Sie es - sofern Sie das wollen - sofort auf den Bauch gelegt, die Ärztin/der Arzt hört auf die Herztöne des Kindes und wir beobachten es einfach nur. Es wird warm zugedeckt und bleibt bei Ihnen. Immer vorausgesetzt, es geht Ihrem Baby gut. Etwa bis zu einer halben Stunde nach der Geburt sollte der Mutterkuchen (Plazenta) geboren werden. Anschließend wird die Ärztin/der Arzt nachschauen, ob das Baby reif und gesund ist (sog. 1.Kindesuntersuchung U1)

Die Hebamme wird dann das Kind wiegen, messen und anziehen. Wenn Sie und Ihr Partner das wollen, baden wir das Kind. Das Bad gehört nicht zur Routine und wird mit Ihnen zusammen besprochen. Und dann ist Ruhe angesagt. Die nächsten zwei Stunden nach der Geburt bleiben Sie bei uns im Kreißsaal. Während dieser Zeit wird das Baby angelegt und Sie machen die ersten Stillerfahrungen.
Nach diesen zwei Stunden werden Sie auf die Wochenstation verlegt und hier endet dann die Arbeit der Hebammen. Sie werden jetzt von den Schwestern der Wochenstation und des Kinderzimmers versorgt. Nach einer normalen Geburt können Sie die Klinik nach etwa drei Tagen verlassen.

 

Die ambulante Geburt

Ambulante Geburt bedeutet: Sie entbinden Ihr Kind in unserer Klinik und gehen nach etwa vier Stunden nach Hause. Dazu sind einige Voraussetzungen nötig:

  • eine Nachsorgehebamme betreut Sie
  • ein Kinderarzt steht bereit, auch für Hausbesuche
  • und Ihrem Kind und Ihnen geht es gut.


Trifft dies alles zu, dann ist diese Form der Geburt empfehlenswert und sicher.  

 

Wenn ein Kaiserschnitt nötig ist 

Bei manchen Frauen stellt sich zum Ende der Schwangerschaft heraus, dass ein Kaiserschnitt nötig wird. Sie werden dann sicher frühzeitig zu uns in die Klinik überwiesen, um das Vorgehen zu besprechen. Bei einem geplanten Kaiserschnitt gibt es die Möglichkeit, diesen in örtlicher Betäubung (Spinalanästhesie bzw. Periduralaänsthesie) durchzuführen. Technisch wird der Kaiserschnitt nach einer modifizierten Form nach Misgav-Ladach, der sog. "sanften Kaiserschnittmethode" durchgeführt. Diese Methode hat gegenüber der herkömmlichen Technik drei Vorteile:

  • die Operationszeit ist kürzer
  • die postoperativen Schmerzen sind geringer
  • die Erholungszeit nach der Operation ist schneller, sodass wir die Frauen auch rascher entlassen können (in der Regel nach 6 - 7 Tagen).


Sollten der Kaiserschnitt unter der Geburt nötig sein, kann man - sofern es kein notfallmässiger Kaiserschnitt ist - ebenfalls in Rücksprache mit dem Narkosearzt eine örtliche Betäubung wählen. Der Partner darf nicht mit in den Operationssaal.

 

Wenn ein sonstiges Risiko besteht

Wenn bei Ihnen sonstige Besonderheiten vorliegen, wie z.B. Mehrlinge, Zuckerkrankheit, eine besondere Erkrankung, Beckenendlage und so weiter, sollten Sie sich möglichst frühzeitig in unserer Ambulanz vorstellen (siehe Einführung - Wichtige Rufnummern). Hier können Sie dann das Vorgehen für die weitere Schwangerschaft und Geburt besprechen

 

Nach der Geburt

Da im Haus auch eine Intensivstation für Frühgeborene besteht, ist jederzeit eine Kinderärztin/ ein Kinderarzt verfügbar, die/der bei Problemen hinzugezogen werden kann.

Eine Adressenliste unserer Nachsorge-Hebammen finde Sie >>hier (PDF-Datei)
>>Infos zum Ausdrucken (PDF-Datei)