Simulationszentrum der Klinik für Anaesthesiologie

Der inhaltliche Schwerpunkt des Simulationstrainings liegt auf der Behandlung und dem Management unerwarteter, potentiell lebensbedrohlicher Zwischenfälle in allen Bereichen der Medizin. Das Simulationszentrum bietet mit verschiedenen low- und high-fidelity Patientensimulatoren die Möglichkeit, Notfälle in Form unterschiedlichster Szenarien darzustellen und ohne Gefährdung von Patienten zu trainieren.

Auskunft: Dr. med. C. Schulz, Email: c.m.schulz(at)lrz.tum.de, Tel. 089 4140-4291, Fax 089 4140-4886.

 

Kurse

 

"Crisis Ressource Management" - Zwischenfallstraining für Anästhesisten

Im klinischen Alltag des Anästhesisten ist es entscheidend, kritische Situationen rasch zu erfassen und effektiv zu therapieren. Ein Einüben entsprechender Abläufe ist in der konkreten (lebensbedrohlichen) Situation kaum möglich, dennoch müssen die hierfür nötigen Handlungsabläufe perfekt koordiniert und durchgeführt sein. Das Training am Patientensimulator ermöglicht kontrolliertes Einüben rascher Reaktion und adäquater Therapie, ohne dass dadurch Patienten gefährdet werden. Hierbei muss zielgerichtete effektive Kommunikation im Team stattfinden, vorhandene materielle und personelle Ressourcen müssen möglichst effektiv eingesetzt werden. Grundlagen des "Crisis Ressource Management" werden im Kurs vermittelt und in der Simulation angewandt und trainiert. Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung nicht-technischer Fähigkeiten. Der Patientensimulator "reagiert" dabei auf die Aktionen und Reaktionen des Behandlungsteams, das Team bestimmt unmittelbar Verlauf (und Ausgang) der Simulation.

Kardiopulmonale Reanimation (CPR) nach den aktuellen Richtlinien des European Rescucitation Council und praktische Anwendung

Das ärztliche und pflegerische Personal ist immer wieder mit unerwarteten Notfällen konfrontiert, die abhängig von Arbeitsplatz und Aufgabenspektrum unterschiedlich häufig vorkommen. So sehen sich auch Ärzte, die nur sehr selten mit notfallmedizinischen Problemen konfrontiert sind, plötzlich mit einem akuten Kornonarsyndrom konfrontiert oder werden zur Reanimation gerufen. Die Schwierigkeit besteht darin, richtig und schnell zu reagieren, obwohl diese Notfälle aufgrund ihrer Seltenheit in der Praxis kaum zu trainieren sind.
In diesem Kurs wird die kardiopulmonale Reanimation nach den aktuellen Richtlinien des ERC durch praktische Übungen vermittelt. Im Anschluss werden am Patientensimulator verschiedene Szenarien trainiert, die an die normale Arbeitsumgebung der Teilnehmer angepasst werden. Der Patientensimulator reagiert dabei auf die Aktionen und Reaktionen des Behandlungsteams und das Team bestimmt unmittelbar den Verlauf und Ausgang der Simulation.

Simulationskurs Notfallmedizin - Simulationstraining für angehende und junge Notärzte

Im Notarztalltag ist es entscheidend, lebensbedrohliche Situationen rasch zu erfassen und effektiv zu therapieren. Während der Ausbildung zum Notarzt (Fachkundenachweis Rettungsdienst und Zusatzbezeichnung Notfallmedizin) ist es nicht möglich, unter realen Bedingungen und auf sich allein gestellt, diese Situationen zu trainieren. In diesem Kurs werden am Patientensimulator häufige und seltene Szenarien aus der Notfallmedizin zu trainiert. Die Erzeugung realer Umgebung mithilfe von Videoprojektionen, Geräuschkulisse, vollständiger Originalausrüstung eines Notarztwagens und der Unterstützung durch Rettungsassistenten spielt eine entscheidende Rolle. Der Patientensimulator reagiert dabei auf die Aktionen und Reaktionen des Behandlungsteams, das Team bestimmt unmittelbar Verlauf (und Ausgang) der Simulation. Im Anschluss an jedes Szenario findet ein gemeinsames Debriefing unter Leitung erfahrener Notärzte statt.

Wenn Sie ein speziell auf Sie (z.B. Praxisinhaber) und Ihr Team abgestimmtes Kursdesign wünschen, kontaktieren Sie uns!

 

Simulatoren und Räumlichkeiten

 

Verschiedene Patientensimulatoren kommen abhängig vom Kurs zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem ein Emergency Care Simlator (ECS), ein Human Patient Simulator (HPS) des Herstellers METI und mehrere Rescuci-Ann-Modelle der Firma Leardal.

Bei der Simulation eines wachen, ansprechbaren Patienten hebt und senkt sich der Thorax. Die Beschaffenheit der oberen Luftwege kann so verändert werden, dass eine Intubation v.a. für den Ungeübten unmöglich wird: in der Rachenhinterwand eingebaute Luftkissen, die vom Bediener aus dem Kontrollraum ferngesteuert aufgeblasen werden, verändern die Anatomie der Puppe so, dass die Intubation erschwert oder gar unmöglich wird. Laryngospasmus oder Bronchospasmus machen die (Masken-)Beatmung unmöglich. Durch einseitige Thoraxexkursionen und einseitig hypersonoren Klopfschall kann ein Pneumothorax dargestellt werden. Mit begleitender Hyoptension und Tachykardie wird daraus schnell der Spannungspneumothorax, der durch die übenden Personen mittels Drainage entlastet werden muss. Bis hin zu dem seltenen Krankheitsbild der Malignen Hyperthermie mit exzessiver CO2-Produktion, Temperaturanstieg und Herz-Kreislauf-Symptomen können fast alle nur erdenklichen Komplikationen und Zwischenfälle simuliert werden.

Zur Therapie werden die gleichen Instrumente/Geräte wie in der Realität eingesetzt. So erkennt ein Überwachungsmonitor nicht, dass „Vitalparameter“ eines Simulators gemessen werden. Da bei dem full-scale Simulator HPS in der Exspiration physiologische Mengen an CO2 ausgestossen werden, können alle gängigen Narkosegeräte zum Trainieren verwendet werden. Die Realitätsnähe erzeugt schnell natürliche Verhaltensmuster und Stress bei den Trainingspersonen.

Die dargestellten Szenarien laufen zu Zwecken der Vergleichbarkeit der Teilnehmerleistungen standardisiert ab oder werden individuell an die Teilnehmer und deren Leistungen angepasst.

Die Räumlichkeiten sind den Gegebenheiten eines realen Operationssaals nachempfunden und ausgerüstet mit den üblichen technischen Geräten: es stehen Operationstische, Transportliegen, Narkosegerät, Monitoringsysteme, Notfallrucksäcke, Narkosewägen, Vakuummatratzen, Lifepak12-Geräte der neuen Generation und vieles mehr zur Verfügung. Mehrere Kameras und Funk-Mikrofone gewährleisten, dass das Geschehen durch weitere Teilnehmer live aus einem Nebenraum beobachtet werden kann.