Leitung: Univ.-Prof. Dr. med. Christian Peschel
Kontakt:
Tel. 089 4140–4111
Fax 089 4140–4879
E-Mail: christian.peschel(at)lrz.tu-muenchen.de
Homepage: www.med3.med.tu-muenchen.de
Fachgebiet und behandelte Erkrankungen
In der 3. Medizinischen Klinik behandelt ein erfahrenes Ärzteteam Patienten mit Blut- und Lymphdrüsenerkrankungen sowie Krebspatienten mit soliden Tumoren. Zu den Erkrankungen, die typischerweise hier behandelt werden, gehören:
-
Akute und Chronische Leukämien (Blutkrebs)
-
Morbus Hodgkin und Non- Hodgkin Lymphome (Lymphdrüsenkrebs)
-
Plasmozytom
-
Kleinzelliges und Nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
-
Tumore des Verdauungstraktes (Speiseröhre, Magen, Bauchspeicheldrüse, Dickdarm)
-
Knochen- und Weichteiltumore
-
Hodentumore
-
Melanom (Hautkrebs)
-
Tumore im Kopf- Hals- Bereich
Die Patienten erhalten eine Behandlung nach den neuesten Therapiekonzepten und gemäß regelmäßig aktualisierter Richtlinien. Dies schließt sowohl die konventionelle Chemotherapie mit ein als auch die Hochdosischemotherapie mithilfe von Stammzelltransplantation. Die Stammzellen können dabei entweder vom Patienten selbst stammen (autolog) oder von einem verwandten oder nicht-verwandten Spender (allogen). Außerdem nutzt das Expertenteam jede Form der multimodalen Therapie. Das heißt, die individuell auf den Patienten abgestimmte Kombination aus Radiochemotherapie, adjuvanter und neoadjuvanter Therapie.
Zusätzlich kommen Therapien zum Einsatz, die mittels biologisch aktiver Substanzen den Tumor gezielt bekämpfen. Dazu zählen beispielsweise Zytokine, monoklonale Antikörper und Inhibitoren. Weitere sogenannte molekulare Therapien zielen auf die Unterbrechung der für den Tumor wichtigen Signalwege. Auch diese neuen Methoden können - falls es die Indikation erlaubt - in die Behandlung integriert werden.
Neben einer technischen hochmodernen Ausstattung und dem Einsatz innovativer und viel versprechender Methoden, gehört eine ausführliche Beratung und menschliches Engagement seitens des Ärzteteams zum Selbstverständnis der 3. Medizinischen Klinik. Regelmäßig führt das Klinikteam Informationsveranstaltungen für Krebspatienten durch. Auch steht den Patienten auf Wunsch eine spezielle Ernährungsberatung und psychoonkologische Betreuung zur Verfügung.
Diagnostische und therapeutische Schwerpunkte
Diagnostik und Therapie orientieren sich an internationalen Leitlinien, die für jede Erkrankung hausintern festgelegt sind und in regelmäßigen Abständen überarbeitet werden. Für die Diagnose von Erkrankungen des Blutes stehen der Klinik die aktuellen Methoden der Zytologie, Zytochemie und Immunologie zur Verfügung. Für spezielle Fragestellung bei leukämischen Erkrankungen können molekularbiologische Untersuchungen (Mutationsanalysen) von Blut- und Knochenmarkszellen angeboten werden.
Individuelle Tumortherapie durch fachübergreifende Kooperation
Großer Wert wird auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit gelegt. Die ambulante Betreuung erfolgt im Tumortherapiezentrum, in dem außer der 3. Medizinischen Klinik auch die Klinik für Strahlentherapie sowie die Chirurgie, Urologie und Gynäkologie vertreten sind. In einer fachübergreifenden Konferenz - dem Tumorboard - besprechen Onkologen, Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Pathologen und Nuklearmediziner täglich gemeinsam für jeden Patienten die Therapieplanung. So erhält jeder Patient die auf seine Erkrankung optimal zugeschnittene Behandlung oder Kombination verschiedener Behandlungen. Dieses im Klinikum rechts der Isar etablierte Tumorboard gilt in der Krebsbehandlung als zukunftsweisend. Ziel ist es, die Therapieplanung zu individualisieren und die Heilungchancen dadurch langfristig zu verbessern.
Des weiteren nimmt die 3. Medizinische Klinik an den interdisziplinären Tumorkonferenzen von Orthopädie, Gynäkologie, Urologie, HNO und MKG teil. Über das Lungenzentrum werden alle Patienten mit Bronchialkarzinom bereits bei Diagnosestellung durch Thoraxchirurgie, Pneumologie und 3. Medizinische Klinik beurteilt, um so der optimalen Therapie zugeführt zu werden.
Die 3. Medizinische Klinik ist an rund 60 in der Regel mulizentrischen klinischen Studien beteiligt. Damit wird es den meisten Patienten ermöglicht, auf Wunsch innovative Behandlungsmethoden zu erhalten.
Erfahrung mit innovativen Methoden: die Radioimmuntherapie
Besondere Erfahrung bietet die 3. Medizinische Klinik bei der Behandlung von malignen Lymphomen mit der Radioimmuntherapie. Dazu verwenden die Mediziner einen monoklonalen Antikörper, der sich ganz gezielt an eine tumorspezifische Oberflächenstruktur auf der Lymphomzelle anlagert. Der Antikörper wird mit einer radioaktiven Substanz gekoppelt, die den Tumor hochselektiv vernichten kann, ohne das umliegende Gewebe in Mitleidenschaft zu ziehen. Diese innovative Methode entwickelte die 3. Medizinische Klinik in Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin im Rechts der Isar. Deutschlandweit verfügt die 3. Medizinische Klinik über die längste und größte Erfahrung mit der Radioimmuntherapie.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz zielgerichteter Therapien ("targeted therapy"). Dabei werden für den Tumor notwendige Signalwege gezielt durch Antikörper oder kleine Moleküle blockiert. Diese Therapien werden begleitet von molekularen Analysen, die sich speziell mit den Mechanismen der Signalübertragung und den Resistenzen befassen, die unter der Behandlung auftreten.
Weitere Informationen zu diesen Therapien finden Sie auf der Internetseite der 3. Medizinischen Klinik unter der Rubrik "Forschung".
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Ziel der Forschung ist es, neue Methoden für die Behandlung von Blut- und Tumorerkrankungen zu entwickeln und die Entstehung dieser Krankheiten besser zu verstehen. Die III. Medizinische Klinik ist bemüht, ihren Patienten auf Wunsch die Teilnahme an Studien zu ermöglichen, in denen viel versprechende innovative Therapiekonzepte getestet werden. Durch die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien sichern sich Patienten die Möglichkeit
-
an den neuesten Entwicklungen in der Krebstherapie teilzuhaben,
-
Zugang zu neuen Substanzen vor deren Zulassung zu erhalten,
-
im Rahmen von international hoch anerkannten Behandlungsprotokollen akademischer Studienorganisationen nach dem aktuellen "state of the art" therapiert zu werden.
Studien für Patienten
Die 3. Medizinische Klinik nimmt an rund 60 in der Regel multizentrischen klinischen Studien teil. So ist es beispielsweise möglich, jedem Patienten mit Bronchialkarzinom, Magen- oder Dickdarmkrebs, abhängig von Histologie und Tumorstadium, eine entsprechende Studie anzubieten. Zur Durchführung der Studien steht ein Team von vier speziell ausgebildeteten Studienschwestern zur Verfügung. Die weitere Zusammenarbeit erfolgt mit dem Münchner Studienzentrum.
Besonders hervorzuheben sind folgende Studien:
-
Radioimmuntherapie von Non-Hodgkin Lymphomen mit 131Iod- oder 99Yttrium-gekoppelten CD20 Antikörpern
-
Neuartige Medikamente, die in die molekularen Mechanismen des Tumors eingreifen (Hemmung von EGFR: Cetuximab, Iressa, Tarceva; Angiogeneseinhibitoren, Glivec und andere Kinaseinhibitoren, Zellzyklusregulatoren, Rapamycin) für die Therapie von Leukämien, GIST, Bronchialkarzinom, Kolonkarzinom, malignes Melanom, Nierenzellkarzinom
-
Immuntherapie mittels Zytokinen, Antikörpern und Impfstoffen
-
Entwicklung multimodaler Therapieverfahren bei gastrointestinalen Tumoren
-
Integration moderner molekularer Bildgebung insbesondere zur Vorhersage der Therapiewirksamkeit
-
Therapieoptimierungsstudien nationaler Studiengruppen für die Behandlung von akuten und chronischen Leukämien, Non-Hodgkin Lymphomen, Hodgkin Lymphom, multiplem Myelom
-
Autologe und allogene Stammzelltransplantation
Grundlagenforschung
Wissenschaftliche Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit den biologischen Grundlagen von hämatologischen und onkologischen Erkrankungen und innovativen Möglichkeiten der therapeutischen Beeinflussung. Dazu gehören folgende Forschungsthemen:
-
Signalübertragung von Onkogenen bei Leukämien und Lymphomen
-
Molekulare Therapie und Resistenzmechanismen von Leukämien, Lymphomen und Lungenkrebs
-
Molekularbiologische Untersuchungen zur Entstehung von Lymphomen
-
Zellzyklusregulation und Zelltod (Apoptose)
-
Entwicklung von tumorreaktiven Abwehrzellen (T-Zellen) gegen Brustkrebs, multiples Myelom, Leukämien
-
Charakterisierung von normalen und leukämischen blutbildenden Stammzellen sowie mesenchymalen Stammzellen
Ausstattung und Services
Die 3. Medizinische Klinik verfügt über 45 Betten auf zwei Normalstationen (3/4, 3/5) und eine Intensivpflegeeinheit mit acht Intensivbetten(3/0). Die Station 3/0 ist mit speziellen Luftfiltern ausgestattet, die ein keimarmes Milieu gewährleisten. Sie ist daher zur Versorgung von Patienten geeignet, deren Immunabwehr unterdrückt ist - beispielsweise bei akuten Leukämien und Stammzelltransplantationen. Das Ärzteteam der 3. Medizinischen Klinik betreut im vollstationären Bereich Patienten mit besonders komplexen oder schweren Erkrankungen.
Die Klinik bietet ihren Patienten auch Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Erkrankungen und eine individuelle Ernährungsberatung an.