Muskuloskelettales Tumorzentrum (Sarkomzentrum) und Wilhelm-Sander-Therapieeinheit für Knochen- und Weichteilsarkome

Arzt erklärt Befund; copyright: M. Stobrawe, Klinikum rechts der Isar
 

Die Wilhelm Sander-Therapieeinheit
für Knochen- und Weichteilsarkome

wird von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördert.

Kontakt
Muskuloskelettales Tumorzentrum (MSTZ) und
Wilhelm Sander-Therapieeinheit für Knochen- und Weichteilsarkome
am Klinikum rechts der Isar
Prof. Dr. Dr. Hans Rechl
Ismaninger Str. 22
81675 München

Anmeldung für Ärzte zum Teleradiologischen Portal (Link)

Anmeldung
Dagmar Kluge
Sekretariat
Tel. 089 4140-2283
Fax 089 4140-7644
E-Mail: mstz(at)mri.tum.de

Lage
Stammgelände, Gebäude 502 (Altbau), Farbleitsystem: "Violetter Bereich"

Ziel

Das interdisziplinäre Muskuloskelettale Tumorzentrum am Klinikum rechts der Isar verfolgt das Ziel, die Diagnose und Therapie der seltenen Knochen- und Weichteilsarkome (Osteosarkom, Ewing-Sarkom, Rhabdomyosarkom u.ä.) bei Patienten im Kindes- und Erwachsenenalter zu verbessern. Dazu werden innovative Konzepte für Risikoabschätzung und individualisierte Therapien für diese Krebserkrankungen entwickelt.
Ein Teleradiologieportal für die Konsiliardiagnostik von Knochen- und Weichteiltumoren bietet niedergelassenen Ärzten schnelle und direkte Beratung durch ein Expertenteam. Davon profitieren betroffene Patienten, die ohne zeitliche Verzögerung eine für ihren Einzelfall adäquate Diagnostik und moderne Therapie erhalten können.

Weitere Informationen zu diesen Erkrankungen finden Sie beim Deutschen Krebsinformationszentrum bzw. im Informationsportal für Krebs- und Bluterkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.

Im Rahmen des Roman-Herzog-Krebszentrums (RHCCC) am Klinikum rechts der Isar fungiert das Muskuloskelettale Tumorzentrum als spezialisiertes Organzentrum, in dem die interdisziplinäre Betreuung von Tumorpatienten und die Standardisierung der Behandlungsschemata weiter ausgebaut werden.

 

Diagnostik - Teleradiologie

Das Muskuloskelettale Tumorzentrum kann auf die diagnostische Expertise und Technologie des Instituts für Radiologie und des Instituts für Pathologie zurückgreifen.
Das Institut für Radiologie des Klinikums rechts der Isar besitzt eine langjährige Erfahrung in der Diagnostik muskuloskelettaler Tumoren und verfügt als voll digitalisierte Abteilung über alle relevanten diagnostischen Verfahren. Ein teleradiologisches Referenzzentrum für muskuloskelettale Erkrankungen bietet Ärzten und Patienten die Möglichkeit, über ein datensicherers Internetportal rasch und unkompliziert eine Zweitmeinung zu Knochen- und Weichteiltumoren sowie anderen Skeletterkrankungen einzuholen. 

Für die muskuloskelettale Diagnostik stehen mit der digitalen Radiografie, der Sonografie, der Mehrzeilen-Computertomografie, der Magnetresonanztomografie (1.5 und 3 Tesla) und der digitalen Subtraktionsangiografie alle relevanten bildgebenden Methoden zur Verfügung. Zum Leistungsspektrum gehören auch navigierte Biopsie- und Embolisationstechniken. Die gewonnenen Biopsien werden im Institut für Pathologie einer eingehenden Diagnostik einschließlich der Molekulargenetik unterzogen. An nuklearmedizinischer Diagnostik werden die Skelettszintigraphie, die SPECT, die PET-CT und die PET-MRT angeboten.

Therapie

Mit etwa 2000 Neuerkrankungen pro Jahr sind Sarkome in Deutschland relativ selten. Gleichzeitig sind sie biologisch und klinisch heterogen und schwer zu behandeln. Diese Herausforderung kann nur in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit sinnvoll gelöst werden. Die Ärzte am Klinikum rechts der Isar haben umfassende Erfahrung mit solchen Tumoren: Hier wurden bereits in der Vergangenheit jährlich über 100 Patienten mit Knochen- und Weichteilsarkomen behandelt.

Langjährige interdisziplinäre Expertise 

Das Muskuloskelettale Tumorzentrum bündelt die langjährigen Erfahrungen der Klinik für Orthopädie und Sportorthopädie, die einen besonderen Schwerpunkt auf die Tumorchirurgie des Stütz- und Bewegungsapparates legt. Am Klinikum rechts der Isar gibt es eine hervorragende klinische und wissenschaftliche Infrastruktur für das Zentrum. Bereits seit 1972 besteht ein hochspezialisiertes Tumorboard für Knochen- und Weichteilsarkome, in dem die interdisziplinäre Therapie mit den klinischen Partnern der Radioonkologie, der Internistischen Onkologie, der Pädiatrischen Onkologie und der Plastischen Chirurgie besprochen und dann gemeinsam umgesetzt wird.  

Behandlungsspektrum

Im interdisziplinären Tumorboard wird für jeden Patienten die individuell optimale multimodale Therapie gemeinsam festgelegt. Die wichtigsten Therapieelemente bei Knochen- und Weichteilsarkomen sind Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie. Durch interdisziplinäre Studien und multimodale Behandlungsstrategien konnte die Prognose für schnell wachsende Sarkome bei Kindern und Jugendlichen in der Vergangenheit bereits deutlich verbessert werden. Heute versuchen Ärzte, vergleichbare oder bessere Ergebnisse mit geringeren Nebenwirkungen zu erzielen. 

Forschung

Die begleitenden translationalen Forschungsprojekte des Muskuloskelettalen Tumorzentrums sind darauf ausgerichtet, schnell in die klinische Anwendung zu münden und so zunehmend individuelle Therapiestrategien zu ermöglichen. Schwerpunkt ist die Übertragung moderner molekularer Konzepte über biologische in vitro- und in vivo-Diagnostik in innovative Therapiekonzepte unter Einschluss der chirurgischen Orthopädie, der Strahlentherapie sowie der zielgerichteten Chemotherapie.

Die bereits bestehende Infrastruktur der TUM wird für das Muskuloskelettale Tumorzenrum genutzt: ein Studienzentrum, das die klinische Forschung gezielt koordiniert, eine spezialisierte molekulare Gewebediagnostik, eine gut funktionierende Tumorbank sowie moderne Bioinformatik. Ein etablierter Schwerpunkt der TUM ist die Medizintechnik als Mittel zur Verbesserung chirurgischer und strahlentherapeutischer Interventionen (Navigation, Robotik) sowie die Weiterentwicklung der Bildgebung, beides wichtige Bestandteile der geplanten Projekte.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert die interdisziplinäre Krankenversorgung im Rahmen der Wilhelm Sander-Therapieeinheit für Knochen- und Weichteilsarkome und von zusätzlichen vier Forschungsprojekten:

  • Forschungsschwerpunkt Pädiatrische Onkologie: Identifizierung von Biosignaturen zur Risiko-adaptierten Stratifikation und individualisierten Therapie
  • Forschungsschwerpunkt Nuklearmedizin: Molekulare in-vivo-Bildgebung zur individuellen Tumorcharakterisierung und frühen Response-Evaluation maligner Sarkome
  • Forschungsschwerpunkt Strahlentherapie: Optimierung der Lokaltherapie bei Weichteilsarkomen der Extremitäten durch innovative Strahlentherapieverfahren im Rahmen multimodaler Therapie (PREMISS-Studie)
  • Forschungsschwerpunkt Orthopädie: Tumorresektion und individualisierte Endoprothesenversorgung mittels computer-assistierter Planung und Navigation (TECAN)

>>Hier finden Sie weitere Informationen zu den Forschungsprojekten.

Beteiligte Einrichtungen und Kooperationspartner