Grenzüberschreitende Hilfe für Demenzpatienten

Grenzüberschreitende Hilfe für Demenzpatienten

EU-Projekt mit zehn beteiligten Ländern der Donauregion startet am Klinikum rechts der Isar

Am Klinikum rechts der Isar fällt am Dienstag, 25. September, der Startschuss für ein internationales Projekt zur besseren Versorgung von Demenzpatienten. Vertreter aus zehn Ländern der Donauregion arbeiten gemeinsam an dem Ziel, Kompetenz, Kooperation und Innovationskraft relevanter Institutionen zu stärken. Das Projekt „INDEED (Innovation for Dementia in the Danube Region)“ läuft bis 2021 und hat ein Budget von rund 1,7 Millionen Euro. Es wird im Rahmen der „europäischen territorialen Zusammenarbeit (Interreg)“ von der EU gefördert.

Immer mehr Menschen werden immer älter – und immer mehr leiden an einer Demenzerkrankung. Den Umgang mit diesen Menschen müssen viele Mitarbeiter im Sozial- und Gesundheitswesen erst lernen. Das gilt hierzulande, das gilt ebenso für Länder wie Bulgarien, Kroatien oder Tschechien. Gerade ländliche Regionen sind für die Bewältigung der neuen Herausforderung oft nicht optimal gerüstet. In gemeinsamen Forschungsprojekten haben Wissenschaftler aus der Donauregion in den vergangenen Jahren festgestellt, dass in ihren Ländern häufig noch grundlegende Voraussetzungen für eine optimale Versorgung von Demenzpatienten fehlen. So haben Berufsgruppen wie Allgemeinärzte, Pflegekräfte oder Physiotherapeuten häufig wenig Wissen über Demenz und kaum Erfahrung im Umgang mit betroffenen Patienten. Die verschiedenen an der Demenzversorgung beteiligten Berufsgruppen und Institutionen sind nicht gut miteinander vernetzt. Und vielerorts fehlen entsprechende Einrichtungen wie Tagespflege, spezielle Stationen in Pflegeheimen oder Angebote wie Essen auf Rädern.

Dreigliedrige Strategie

Ziel von INDEED ist es, diesen Defiziten zu begegnen: Die Länder des Donauraums sollen dabei unterstützt werden, ihre nationalen Demenzpläne umzusetzen und die Demenzversorgung zu verbessern. Das Projekt setzt bei den Institutionen an, die eine Rolle als Multiplikatoren spielen – wie Aus- und Fortbildungseinrichtungen, Ministerien, Berufsverbände, Gemeindeverwaltungen, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Träger von Pflegeheimen und sozial tätige Unternehmen.

Projektkoordinator Prof. Alexander Kurz, Klinik für Psychiatrie am Klinikum rechts der Isar, erläutert: „Wir werden drei umfassende Module zu den Themen Kompetenz, Kooperation und Innovationskraft entwickeln. Dazu gehören interprofessionelle Fortbildungen, Vernetzungsprojekte und Unternehmensberatung. Wir werden dafür sowohl traditionelle Formate wie Vorträge, Seminare oder schriftliche Materialien erarbeiten als auch internet-gestützte E-learning-Programme und Webinars.“

Die von INDEED entwickelten Angebote sollen zunächst an ausgewählten Standorten erprobt und im Austausch mit Entscheidungsträgern aus Ministerien und öffentlichen Verwaltungen an die konkreten lokalen Anforderungen angepasst werden. Schließlich soll das Interventionspaket allen interessierten Institutionen innerhalb und außerhalb der Donauregion zur Verfügung stehen.

Internationales Kick-off Meeting in München

Den offiziellen Startschuss für INDEED gibt ein zweitägiges Kick-off-Meeting am 25. und 26. September in München. An dem Treffen werden rund 50 Vertreter der verschiedenen Länder teilnehmen, unter anderem aus staatlichen Institutionen, Wohlfahrtseinrichtungen und Unternehmen.

 

Beteiligte Länder:

  • Bosnien und Herzegowina
  • Bulgarien
  • Deutschland
  • Kroatien
  • Österreich
  • Rumänien
  • Slowenien
  • Slowakei
  • Tschechien
  • Ungarn

 

Projektpartner:

Bosnien und Herzegowina: Association AiR, Sarajevo; Gesundheitsministerium der Bosnischen Föderation, Sarajevo; Bulgarien: Medizinische Universität Sofia; Bulgarische Alzheimer Gesellschaft, Sofia; Deutschland: Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München; Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, München; Bayerische Forschungsallianz, München; Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Berlin; Kroatien: Universität Zagreb; Kroatisches Gesundheitsministerium, Zagreb; Stadtverwaltung Zagreb; Österreich: The Brain Company, Gmunden; Wirtschaftsuniversität Wien; Rumänien: Rumänische Alzheimer Gesellschaft, Bukarest; Slowakische Republik: Memory Zentrum Bratislava; Slovak Medical Association, Bratislava; Slowenien: Universität Ljubljana; Tschechische Republik: National Institute of Mental Health, Prag; MediWare Medizintechnik, Prag; Ungarn: Social Cluster Association, Budapest.

Beteiligte Fachbereiche und Kliniken: 

Klinik und Poliklinik für

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