Komplette Handreplantation am Klinikum rechts der Isar

17.05.17

Komplette Handreplantation am Klinikum rechts der Isar

Wird ein Köperteil bei einem Unfall amputiert, ist höchste Eile geboten und viel Erfahrung gefragt. Denn die Blutzirkulation darf nicht lange unterbrochen sein, wenn ein abgetrennter Körperteil wieder funktionsfähig mit dem Körper verbunden werden soll. Ein 40-jähriger Handwerker, der sich vergangene Woche beim Arbeiten an einer Kreißsäge die rechte Hand abgetrennt hatte, hatte Glück: Er wurde mit dem Hubschrauber ins Replantationszentrum der Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie (Direktor: Prof. Hans-Günther Machens) am Klinikum rechts der Isar gebracht, wo ihm in einer insgesamt 7-stündigen Operation die Hand wieder angenäht werden konnte. Die Replantation wurde durch den leitenden Oberarzt PD Dr. L. Kovacs und Oberarzt PD Dr. R. Giunta in enger Kooperation mit dem leitenden Oberarzt Dr. A. Ganslmeier der Abteilung für Unfallchirurgie (Leiter: Prof. Dr. U. Stöckle) durchgeführt.

Der Patient traf damit auf ein eingespieltes Team erfahrener Mikrochirurgen und Handchirurgen, das über jahrzehntelange Erfahrung in der Versorgung von abgetrennten Gliedmaßen und schweren Handverletzungen verfügt. So war in der gleichen Klinik einen Monat zuvor die weltweit erste beidseitige Oberarmtransplantation erfolgreich durchgeführt worden.

Der leitende Oberarzt PD Dr. Laszlo Kovacs erläutert: „Je größer der amputierte Körperteil ist, desto wichtiger ist eine schnelle Wiederherstellung der Blutzirkulation. Denn auch bei fachgerechter Kühlung konnte die abgetrennte Hand nur wenige Stunden „überleben“. Zum Glück verfügen wir über gut aufeinander eingespielte und routinierte Operateure. So gelang es uns gemeinsam mit den Kollegen aus der Abteilung für Unfallchirurgie, trotz des weiten Transportweges schon vier Stunden nach dem Unfall die Hand wieder mit dem Blutkreislauf des Patienten zu verbinden.“

Der Patient hat die Operation gut überstanden, die Hand ist weiterhin gut durchblutet.

Die Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie
Die Klinik und Poliklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie ging aus der ersten, Ende der 50er Jahre speziell für dieses Fachgebiet gegründeten universitären Abteilung Deutschlands hervor. Bereits Mitte der 70er Jahre wurde hier das erste Replantationszentrum in Süddeutschland gegründet. Heute gehört die Replantation abgetrennter Gliedmaßen zu den Leistungen, die hier routinemäßig durchgeführt werden. Darüber hinaus steht den Patienten das gesamte Spektrum der Plastischen- und Handchirurgie zur Verfügung.

 

Pressekontakt:
Tanja Schmidhofer
Klinikum rechts der Isar
Ismaninger Str. 22 · D-81675 München
Fon 089 . 4140 20 46
Fax 089 . 4140 49 29
tanja.schmidhoferatmri.tum.de

Back to top