Prof. Barbara Wollenberg leitet HNO-Klinik am Klinikum rechts der Isar

02.12.19

Prof. Barbara Wollenberg leitet HNO-Klinik am Klinikum rechts der Isar

Prof. Barbara Wollenberg ist seit 1. Dezember Direktorin der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Klinikums rechts der Isar. Zugleich hat sie den Lehrstuhl für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Technischen Universität München (TUM) übernommen. Sie folgt auf Prof. Henning Bier, der 2018 verstorben ist. Die HNO-Klinik wurde zuletzt kommissarisch von Prof. Clemens Heiser geführt. Wollenberg kommt vom Uniklinikum Schleswig-Holstein, wo sie über 16 Jahre die HNO-Klinik in Lübeck leitete.

Prof. Barbara Wollenberg kommt zwar aus Lübeck, aber München ist der HNO-Expertin vertraut: Hier ist sie geboren, absolvierte sie einen Teil ihres Medizinstudiums, promovierte und habilitierte sich am Klinikum der LMU.

Am Klinikum rechts der Isar übernimmt sie die Leitung der HNO-Klinik, die aus drei Stationen mit 50 Betten, vier Operationssälen, einem Schlaflabor mit fünf Betten und einer Hochschulambulanz besteht. Angeschlossen sind eine Ambulanz für Stimmheilkunde (Phoniatrie) und kindliche Hörstörungen (Päd­audiologie). Die 24 Ärztinnen und Ärzte der Klinik behandeln jährlich über 3.000 stationäre und rund 28.000 ambulante Fälle.

„Wir freuen uns, dass wir mit Frau Prof. Wollenberg eine hochqualifizierte Leiterin für unsere HNO-Klinik gewinnen konnten, die große Expertise in Klinik und Forschung mitbringt“, sagt Prof. Markus Schwaiger, der Ärztliche Direktor des Klinikums rechts der Isar. „Ich freue mich auch, eine weitere Frau als Klinikdirektorin neben Prof. Marion Kiechle in der Frauenklinik und Prof. Stephanie Combs in der Radioonkologie begrüßen zu können.“

Ziel: Ausbau der Patientenversorgung

Frau Prof. Wollenberg bringt langjährige Erfahrung aus der Patientenversorgung und Wissenschaft mit. Ihre chirurgischen Schwerpunkte liegen auf der Resektion und Rekonstruktion von Kopf-Halskarzinomen wie auch auf Operationen der Nasennebenhöhlen und der angrenzenden Schädelbasis. Ein weiterer Fokus ihrer Tätigkeit liegt auf der Implantation von Hörgeräten wie Cochlea-Implantaten. Sie ist nicht nur Expertin für die chirurgische Behandlung von Patienten mit Tu­mor­erkrankungen, sondern hat auch eine Zusatzbezeichnung in medikamentöser Tumortherapie, also für die Chemo- bzw. Immuntherapie.

Ihr Ziel ist es, das Behandlungsspektrum der Klinik zu erweitern und zu vertiefen. Neben der Roboter-gestützten Chirurgie sollen Patienten Zugang zu den immunologischen Therapieverfahren in der Onkologie wie auch für chronische Erkrankungen der Nasennebenhöhlen finden. Das Thema Hören liegt ihr ebenfalls sehr am Herzen: Sie will das Hörzentrum am Klinikum rechts der Isar weiter ausbauen, um sämtliche Hörimplantate für Patienten verfügbar zu machen. Zusätzlich strebt sie den Aufbau eines München-weiten Hörpatientenregisters an, um Fragen zur Patientenversorgung auf einer breiten Datenbasis beantworten zu können.

Aufbau Studienzentrum für patientennahe Forschung

Wollenberg erhielt zahlreiche Preise für ihre wissenschaftlichen Arbeiten und ist in mehreren Fachgesellschaften aktiv. Unter anderem war sie 2017/18 Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie. Als Senatorin bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Akademie der Wissenschaften Leopoldina ist sie wissenschaftlich bestens vernetzt.

Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen auf der Erforschung von Tumorbedingten Veränderungen des Immunsystems, besonders für die Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren.

Sie will an der HNO-Klinik ein Studienzentrum aufbauen, um verstärkt klinische Studien durchzuführen und Patienten Zugang zu innovativen Behandlungsoptionen zu bieten.

Verbindung zwischen Medizin und Technik an der TUM

Barbara Wollenberg freut sich auf ihre künftige Wirkungsstätte: „Insbesondere die Zugehörigkeit des Klinikums zur Technischen Universität München war ein starkes Argument für mich, nach München zu wechseln. Die TUM hat ein unschlagbares Fächerspektrum in der Medizintechnik, das spannende Kooperationen und Projekte ermöglicht. Vor allem die Bereiche Neuroengineering, Robotik und Bildgebung sind für mich interessant.“

Kooperation und Kommunikation

Wollenberg sieht sich als „Querdenkerin“. Ihr ist eine enge Kooperation mit den benachbarten Fachgebieten wie der Mund,- Kiefer-, Gesichtschirurgie, der Neurologie, der Neurochirurgie, der Onkologie und der Strahlentherapie zum Wohl der Patientinnen und Patienten wichtig.

Im Umgang mit den Patienten orientiert sie sich am Konzept der Salutogenese, das die Entstehung und Erhaltung der Gesundheit, nicht die Krankheit in den Mittelpunkt stellt. Ihr ist es ein Anliegen, dass Patienten verstehen, was etwa bei einer Krebserkrankung auf sie zukommt und welche Optionen sie haben. Dafür will sie den Gesprächen mit Patienten ausreichend Zeit widmen, um so zu einer besseren Lebensqualität der Betroffenen beizutragen.

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