Virtuelle Besuche auf den Intensivstationen des Universitätsklinikums rechts der Isar

Virtuelle Besuche auf den Intensivstationen des Universitätsklinikums rechts der Isar

In der Corona-Pandemie sind Besuche im Krankenhaus nur in Ausnahmefällen gestattet. Darum ermöglicht die Arbeitsgruppe „Angehörigenfreundliche Intensivstation“ am Universitätsklinikum rechts der Isar „virtuelle Besuche“ per Videoanruf für Patient*innen auf den Intensivstationen des Hauses.

Marina Ufelmann hilft einer Intensivpatientin bei dem Videoanruf ihrer Angehörigen

Marina Ufelmann hilft einer Intensivpatientin bei dem Videoanruf ihrer Angehörigen
Fotos: Klinikum rechts der Isar / Markus Hautmann

Kontakt zu Angehörigen wichtig für Intensivpatient*innen

Das Angebot richtet sich vor allem an Intensivpatient*innen, die kein Smartphone haben oder nicht selbst einen Videoanruf tätigen können sowie an bewusstlose oder stark sedierte Intensivpatient*innen, also Menschen, bei denen die Funktionen des zentralen Nervensystems stark eingeschränkt sind. „Es ist für die Patient*innen und für die Angehörigen enorm wichtig, dass sie Kontakt zueinander haben und sich sehen können“, sagt Marina Ufelmann, Fachkrankenschwester für Anästhesie- und Intensivpflege, die das Projekt im Rahmen ihres nebenberuflichen Masterstudiums „Advanced Nursing Practice“ (APN) wissenschaftlich begleitet. Intensivpatient*innen mit Kontakt zu ihren Bezugspersonen erleiden weniger Komplikationen und haben eine höhere Motivation, für ihr Überleben zu kämpfen. „Sie spüren den Beistand, auch wenn sie nicht bei Bewusstsein sind“, ist sich Ufelmann sicher. Umgekehrt sei es wichtig, dass die Angehörigen ihre Liebsten sehen können – gerade wenn sie etwa im künstlichen Koma liegen und der Kontakt nur über Telefonate mit Ärzt*innen und Pflegekräften besteht.

„Auch uns fehlt der Kontakt zu den Angehörigen für eine individuelle Pflege“, sagt Ufelmann. „Gerade bei Intensivpatient*innen, die sich wenig äußern können, erkennen wir den ‚Menschen‘ vor allem mit Hilfe der Angehörigen. Sie erzählen uns, wer dieser Mensch ist, was er mag, was ihn ausmacht.“ Ufelmann kann sich gut an einen über 80-jähriger Mann erinnern, der bereits auf einer Normalstation untergebracht war, dort aber auf den Fluren herumirrte. „Darum wurde er zurück auf Intensivstation verlegt. Ich habe ihm erklärt, dass seine Angehörigen ihn wegen der Corona-Pandemie nicht besuchen dürfen. Er begann zu weinen. Er dachte, seine Familie hätte ihn verstoßen.“

So funktionieren die virtuellen Besuche im Klinikum rechts der Isar

  • Angehörige laden die App „Teamviewer Meeting“ im Appstore oder bei Google Play herunter und installieren sie auf ihrem Smartphone, Tablet oder PC.
  • Die App erstellt für jede*n Nutzer*in eine eigene Meeting-ID. Diese bleibt immer gleich.
  • Diese Meeting-ID teilen Angehörige der Intensivstation telefonisch mit und vereinbaren eine Uhrzeit für einen Videotelefon-Termin. Die Telefonnummern der verschiedenen Intensivstationen finden Sie hier: https://www.mri.tum.de/intensivstationen
  • Zur vereinbarten Uhrzeit müssen die App geöffnet und die Kamera und das Mikrofon aktiviert sein.
  • Die Station ruft den Angehörigen unter der entsprechenden Meeting-ID an.
  • Patient*in und Angehörige*r können unterstützt von einem Kommunikationshelfer rund 20 Minuten telefonieren.
  • Fragen zur medizinischen Situation der Patient*innen besprechen Angehörige bitte vor dem Videobesuch mit dem behandelnden Arzt.

 

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