Von Westafrika an die Isar

07.02.18

Von Westafrika an die Isar

Die Zusammenarbeit zwischen dem Klinikum rechts der Isar und dem Komfo Anokye Teaching Hospital in Kumasi  nimmt Fahrt auf. Zwei Chirurgen aus Ghana sind derzeit als Gastärzte zu Besuch.

Die Kooperation der beiden Häuser wurde Anfang 2017 vereinbart, sie wird vom Bundesentwicklungsministerium und von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert. Bei einem ersten Besuch im vergangenen Sommer konnte eine Delegation des Klinikums rechts der Isar die Situation am zweitgrößten Krankenhaus in Ghana kennenlernen. Das Haus hat über 2.000 Betten und ist für die medizinische Versorgung in der Region zuständig, weit über die Grenzen Ghanas hinaus. Auch wenn die Gebäude und Geräte des Klinikums nicht im besten Zustand sind, werden dort neben Patienten aus dem Norden Ghanas auch Menschen aus Burkina Faso, Togo und der Elfenbeinküste behandelt.

Derzeit sind zwei Oberärzte aus dem Komfo Anokye Teaching Hospita (KATH) zum Austausch am Klinikum rechts der Isar. Sie sind in den Kliniken für Chirurgie und Unfallchirurgie als Gastärzte tätig und wollen dort ihre Kompetenzen erweitern. Besonders wichtig ist ihnen, dass sie das Gelernte an ihre Kollegen in Kumasi weitergeben können. In Ghana fehlt es unter anderem an qualifizierten Ärzten und Pflegekräften, aber auch an Logistik und Material.

Auch der Chefarzt der Chirurgischen Klinik in Kumasi, Prof. Kofi Gyasi-Sarpong, besuchte vergangene Woche das Klinikum rechts der Isar. Im Gespräch mit Prof. Markus Schwaiger, dem Ärztlichen Direktor des Klinikums, vereinbarten beide Seiten, die Kooperation auszubauen. Darüber hinaus wollen die beteiligten Ärzte ein Konzept erarbeiten, um die Fortschritte für das KATH messbar und nachhaltig zu machen.

Das Zentrum für globale Gesundheit (Center for Global Health) am Klinikum rechts der Isar und die WHO unterstützen das Projekt. Beiden Einrichtungen ist es ein Anliegen, dass die Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen ansetzt, um nachhaltige Fortschritte zu erzielen. Dazu soll zunächst die aktuelle Situation analysiert werden, anschließend werden Ziele in bestimmten medizinischen Bereichen definiert, zu deren Erreichung die Zusammenarbeit beitragen kann. Beispielsweise sind Verletzungen durch Verkehrsunfälle in Westafrika sehr häufig. Ein Ziel könnte sein, die Infektionsrate nach den erforderlichen unfallchirurgischen Operationen zu verringern. Neben der Entwicklung der Patientenversorgung soll auch die Forschung vorangetrieben werden.

Für das Jahr 2018 ist die Einrichtung regelmäßiger Telekonferenzen vorgesehen sowie Arbeitsbesuche verschiedener Fachärzte aus München in Kumasi. Dafür sollen die Ärzte aus dem KATH Patienten mit bestimmten Erkrankungen für einen Zeitraum einbestellen, in dem Ärzte aus dem Klinikum rechts der Isar nach Kumasi kommen. Dann führen die deutschen und ghanaischen Kollegen gemeinsam die notwendigen Operationen durch.

Vlnr: Prof. Andrea Winkler, Katharina Klohe, Center for Global Health, Prof. Peter Biberthaler, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum rechts der Isar, Prof. Kofi Gyasi-Sarpong, Chefarzt, Chirurgische Klinik, Komfo Anokye Teaching Hospital Kumasi, Ghana, Prof. Markus Schwaiger, Ärztlicher Direktor Klinikum rechts der Isar, Dr. Andreas Ulrich, WHO, Prof. Matthias Richter-Turtur, Mitinitiator der Kooperation, Dr. Raphael Quartey, Oberarzt für Unfallchirurgie, Komfo Anokye Teaching Hospital Kumasi, Ghana, Dr. Dr. Daniel Hartmann, Klinik für Chirurgie, Klinikum rechts der Isar, Dr. Michael Adinku, Oberarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Komfo Anokye Teaching Hospital Kumasi, Ghana, Prof. Helmut Friess, Direktor der Klinik für Chirurgie, Klinikum rechts der Isar.

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