Hochleistungs-Ultraschallgerät für die Nephrologie

04.11.19

Hochleistungs-Ultraschallgerät für die Nephrologie

Nach mehr als zehn Jahren erhielt der Nephrologische Ultraschall der Abteilung für Nephrologie (Leiter: Prof.  Uwe Heemann) ein neues Hochleistungs-Ultraschallgerät mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) Die Ultraschall-Maschine mit neuester Computertechnik bietet den anwendenden Internisten in der klinische Routine zum einen ein verbessertes, hochauflösendes Grauwertbild zur exakteren Beurteilung von Organen und Gefäßen, zum anderen erweiterte Möglichkeiten der Doppler-Sonographie, also der farbkodierten Darstellung von Gefäßen. 

Übergabe des neuen Ultraschallgeräts an die Abteilung für Nephrologie

v.l.n.r.: Daniel Frisch (Siemens Healthineers Europa), Prof. Dr. Dr. hc Uwe Heemann, PD Dr. Konrad Stock (beide Nephrologie), Prof. Dr. Markus Schwaiger (Ärztlicher Direktor des Klinikums), Marieluise Kosmus (Siemens Healthineers Europa), Elisabeth Oakes (Siemens Healthineers USA), Foto: Johanna Anke

Zusammenarbeit mit Radiologie und Urologie

Ein besonderer Schwerpunkt der Geräte-Entwicklung lag auf neuen Schallköpfen mit höherer Eindringtiefe. Die technischen Neuerungen verbessern die diagnostischen Möglichkeiten besonders bei stark übergewichtigen Patienten deutlich.

Weitere diagnostische Innovationen bietet die Ultraschallmaschine für die kontrastverstärkte Sonographie der Bauchorgane und vor allem der Niere. „Bei vielen Patienten mit unklaren Herdbefunden in der Niere können wir durch die Kombination verschiedener neuer Ultraschallmodalitäten nun die Läsionen charakterisieren. Dazu trägt die Kombination aus hochauflösendem Grauwertbild, Dopplersonographie und vor allem der Kontrastmittelsonographie bei. Mit dem Gerät können wir auch die Blutversorgung von eventuellen Tumorgefäßen im Submillimeterbereich darstellen“, erklärt PD Dr. Stock, Oberarzt der nephrologischen Ultraschallabteilung.

„In Zusammenarbeit mit unseren Kollegen aus der Radiologie, die die CT- und MRT-Bilder präsentieren, und den behandelnden Urologen besprechen wir sämtliche Bildgebung des Patienten zusammen mit weiteren klinischen Informationen dann in einem interdisziplinären Nierentumorboard. Hier stellen wir auch die Ultraschallvideos live neben den übrigen CT-/MRT-Bildern vor. Damit helfen wir den Urologen, die den Tumor dann weiterbehandeln, bei der Entscheidung und Planung einer Operation.“

Grauwertbild einer komplizierten Nierenzyste

Fusionsbildgebung schafft mehr Klarheit

Neu ist ebenfalls, dass das Ultraschallgerät im Gegensatz zum älteren Vorgänger jetzt auch „Fusionsbildgebung“ ermöglicht. Nachdem eine zuvor erfolgte CT/MRT-Untersuchung des Patienten per CD in das Ultraschallgerät eingelesen wurde, können so auch die Bilder aus dem Bauchbereich eines Patienten in Echtzeit parallel mittels CT/MRT und Ultraschall dargestellt werden. Dies führt zu einer besseren Orientierung im Patienten, ist aber auch hilfreich, um unklare CT/MRT-Befunde um Informationen aus Grauwert- und Kontrastmittelultraschall zu ergänzen, was zu einer verbesserten Diagnose führen kann.

Ein zusätzlicher Entwicklungsschritt ist die ultraschallbasierte Elastographie. Hier kann mittels einem Messfeld in bis 14 cm Tiefe die Härte von Geweben mittels der Ausbreitungsgeschwindigkeit von Scherwellen per Ultraschall gemessen werden. Diese Methode wird vom nephrologischen Ultraschalllabor seit zehn Jahren präklinisch und klinisch erforscht und findet ihre klinischen Hauptanwendungen aktuell vor allem im Bereich der Schilddrüse und Leber.

Das neue Ultraschallgerät wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) teilfinanziert. Es wird neben nephrologischen Fragestellungen aktuell für Forschungskooperationen mit der Urologischen Klinik, der Chirurgischen Klinik, der Toxikologie und der Nuklearmedizin sowie weiteren klinischen Partnern eingesetzt. 

 

 

In der Kontrastmittelsonographie zeigen sich knotenförmige Kontrastmittel-Depots im Randbereich der Läson, die die Diagnose eines schlecht durchbluteten Nierentumors belegen.

Großes Engagement in der Ultraschall-Ausbildung

Das DEGUM-zertifizierte Ultraschall-Ausbildungslabor der Abteilung für Nephrologie engagiert sich seit mehr als zehn Jahren in der strukturierten Studenten- und Assistenzarztausbildung. Es widmet sich zudem dem klinischen Routineeinsatz und der Weiterentwicklung neuer Ultraschallmethoden, allen voran der Kontrastmittelsonographie, der ultraschallbasierten Elastographie, hochauflösender Sonographie, weiterentwickelten Punktionstechniken und miniaturisierten Ultraschallanwendungen. Oberarzt Dr. Konrad Stock hat im letzten Jahr ein englischsprachiges Videotutorial zur Kontrastmittelsonographie der Leber (www.ceus-liver-course.com) veröffentlicht, das besonders in Amerika und China rege Verbreitung erfährt.

Fusionsbildgebung eines CT- und Ultraschalldatensatzes zur Darstellung einer Harnstauung der linken Niere im Verlauf

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